In den letzten zehn Jahren durfte ich den Sensebezirk als Oberamtmann noch einmal neu kennenlernen. Dabei habe ich vieles entdeckt, was im Alltag nicht immer sichtbar ist: die besonderen Eigenheiten, die vielfältigen Stärken, aber auch die verschiedenen Herausforderungen dieser Region. Der Sensebezirk ist bodenständig, engagiert und eigenständig – und genau das macht ihn stark.
Wie schnell die Zeit vergeht – und vieles wird mir in guter Erinnerung bleiben. Die täglichen Begegnungen und der Austausch mit der Bevölkerung, mit den Politikerinnen und Politikern des Bezirks und des Kantons sowie mit den verschiedenen Behörden war für mich der Kern, das Herzstück dieses Amtes.
Besonders bereichernd war dabei die Zusammenarbeit mit den Milizpolitikerinnen und Milizpolitikern, die in ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen und mit grossem Engagement zum Funktionieren unserer Region beitragen. Dieses Miteinander hat mich immer wieder beeindruckt, und ich bin überzeugt, dass unsere kleine Region für die anstehenden Herausforderungen gut aufgestellt ist.
Prägend war vor allem das Entwickeln und Umsetzen einer Vision für die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden – mit der Gründung des «Mehrzweckverband Sensebezirk» sowie der gleichzeitigen Zusammenlegung der Pflegeheime und der Spitex-Dienste. Ebenso wichtig war das Lösen konkreter Probleme im Alltag. In all diesen Momenten wurde mir bewusst, wie anspruchsvoll, aber auch erfüllend dieses Amt ist. Es verlangt Präsenz, Klarheit und Verantwortung.
Gute Lösungen entstehen selten im Alleingang. Sie wachsen im Austausch, im Zuhören und im gemeinsamen Ringen um den besten Weg. Für mich hat sich bestätigt, dass Vertrauen schenken, ruhig bleiben und alle Meinungen ernst nehmen der richtige Ansatz sind, um auch anspruchsvolle Situationen zu bewältigen. Nicht immer ist der schnellste Weg der beste – aber meistens der gemeinsam getragene.
Ab Januar 2027 beginnt für meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger ein spannendes, aber auch forderndes Kapitel. Dieses Amt bringt Verantwortung mit sich, zugleich aber auch die Chance, viel zu bewegen. Der Sensebezirk ist ein Bezirk mit grossem Potenzial, mit engagierten Menschen und mit vielen Möglichkeiten. Mein Wunsch ist: Habt den Mut, gross zu denken, und die Energie, Projekte nicht nur anzustossen, sondern auch konsequent umzusetzen.
Für mich bleibt vor allem Dankbarkeit – für das Vertrauen, für die vielen Gespräche und für die Möglichkeit, an der Entwicklung einer Region mitzuwirken, die mir in diesen zehn Jahren noch mehr ans Herz gewachsen ist.
Manfred Raemy, Oberamtmann des Sensebezirks, Wünnewil