Wer führt künftig?

Wer führt künftig?

Am 8. November ist Wahlsonntag im Kanton Freiburg. Neben den Mitgliedern des Grossen Rates – diese Zeitung berichtete in der Septemberausgabe darüber – wählt die Freiburger Stimmbevölkerung auch den Staatsrat und die Oberamtspersonen. Für den Sensebezirk geht es dabei auch um seine politische Vertretung im Kanton.

In der Exekutive stellen sich die vier Bisherigen Sylvie Bonvin-Sansonnens (Grüne), Didier Castella (FDP), Romain Collaud (FDP) und Philippe Demierre (SVP) zur Wiederwahl, drei Sitze werden frei. SP, Grüne und Mitte Links treten als Allianz mit dem Ziel an, drei der sieben Sitze zu gewinnen. Die Mitte, FDP und SVP bilden wie schon vor fünf Jahren eine bürgerliche Allianz. Für den Sensebezirk bietet sich die Chance, künftig wieder mit einer hier wohnhaften Person im Staatsrat vertreten zu sein. Der abtretende Olivier Curty (Die Mitte) ist zwar in St. Ursen aufgewachsen, lebt aber schon lange in Murten. Mit Markus Julmy und Stephanie Tschopp kandidieren zwei Personen aus dem Sensebezirk. Ihre Wahl wäre auch für die Vertretung der deutschsprachigen Minderheit in der Kantonsregierung von Bedeutung.

Die Mitte – Markus Julmy

Um den Mitte-Sitz von Curty mit einem Deutschfreiburger zu verteidigen, schickt die Partei Grossrat Markus Julmy ins Rennen. Der Unternehmer und Garagist vertritt den Sensebezirk seit 2019 im Kantonsparlament. Der 55-Jährige ist zudem Schmittener Gemeinderat. Er setzte sich in der parteiinternen Ausmarchung im 3. Wahlgang u. a. gegen den deutschsprachigen Stadtfreiburger Bernhard Altermatt durch.

SP – Stephanie Tschopp

Ebenfalls aus Schmitten kommt SP-Kandidatin Stephanie Tschopp. Die 43-Jährige ist seit fünf Jahren Schmittener Gemeinderätin und seit dieser Legislatur Vize-Gemeindepräsidentin. Die Co-Schuldirektorin der Primarschule Düdingen ist wie Julmy die einzige deutschsprachige Kandidatin ihrer Partei.

Wie schon bei den Kandidaturen für den Grossen Rat präsentiert sich die 4300-Seelen-Gemeinde Schmitten als «Schmitte» von politisch engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

Oberamt: Wer folgt auf Manfred Raemy?

Zehn Jahre lang stand Manfred Raemy als Oberamtmann dem Sensebezirk vor. Nun tritt er nicht mehr an. Fünf Personen bewerben sich um seine Nachfolge – mit unterschiedlichen politischen und beruflichen Hintergründen.

Vom Primarlehrer über den Kriminalpolizisten bis zum Stiftungsdirektor: Bojan Seewer (Die Mitte) hat beruflich bereits verschiedene Stationen durchlaufen. Seit 2021 leitet der 46-jährige Plasselber die Stiftung ssb. Politisch bringt er Erfahrung als ehemaliger Gemeinderat und als Grossrat seit 2024 mit. Zudem präsidiert er die Mitte Sense.

Urs Perler (Mitte Links) ist sowohl in der kommunalen als auch in der kantonalen Politik erfahren: Seit zehn Jahren gehört er dem Gemeinderat von Schmitten und dem Grossen Rat an. Der 49-Jährige ist in Wünnewil aufgewachsen und leitet seit 2009 als Vorsteher das Gymnasium Heilig Kreuz in Freiburg. Zudem ist er Präsident von Mitte Links Sense.

Für die Sicherheit von Bundesratsmitgliedern ist Adrian Leuthard (SP) mitverantwortlich. Der 53-Jährige aus Schwarzsee arbeitet als Einsatzleiter bei der Spezialeinheit Tigris der Bundeskriminalpolizei. Politische Erfahrung bringt er als Plaffeier Gemeinderat mit, dem er seit 2021 angehört.

Mit Verena Wiget-Spycher (SVP) kandidiert eine weitere Person mit Erfahrung in der Gemeindepolitik. Die 52-Jährige aus Wünnewil-Flamatt war Generalrätin und gehört heute dem Gemeinderat an. Beruflich ist sie als Berufsschullehrerin und Personalverantwortliche der Reformierten Kirchgemeinde Wünnewil-Flamatt-Ueberstorf tätig.

Als einzige Parteilose tritt Jacqueline Haymoz zur Wahl an. Die Düdingerin gehörte von 2016 bis 2021 für die Freien Wähler dem Generalrat an. Beruflich ist sie in der Verbandsberatung und im Verbandsmanagement tätig.

Erreicht am 8. November niemand das absolute Mehr, kommt es am 29. November zu einem zweiten Wahlgang. Dann entscheidet das relative Mehr, also wer die meisten Stimmen erhält. Bei fünf Kandidierenden ist ein zweiter Wahlgang durchaus zu erwarten.

Ergänzung der Kandidierenden für den Grossen Rat:
In der Septemberausgabe ist eine Liste aller Kandidierenden aus den «Sensetaler»-Gemeinden abgedruckt. Diese ergänzen:
FDP: Andreas Freiburghaus (bisher), Wünnewil-Flamatt, Patrice von Arx, Schmitten, Tim Waeber, St. Antoni/Tafers, Ursula Sahli, Heitenried.
GLP: Benno Jungo, Schmitten, Tim Spicher, St. Antoni.

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