«Wir müssen uns überlegen, was unsere Vision und unser Ziel sind. Klar ist, dass wir bekannter werden müssen», ist sich Meuwly sicher und fügt an, dass schätzungsweise nur rund ein Viertel der Bevölkerung darüber informiert sei. Die Aufgaben des «Gesundheitsnetzes Sense» seien klar: Das Bedürfnis der Senslerbevölkerung in Bezug auf das Thema Alter und Gesundheit abzudecken, so Meuwly.
Bedürfnisse wahrnehmen
«Bis jetzt gibt es in den verschiedenen Gemeinden neben diversen Pflegeheimen auch Dienstleistungen, welche die Versorgung Zuhause gewährleisten. Was nun aber noch fehlt, ist ein Wohnangebot, das mit Dienstleistungen kombiniert wird», erklärt die 55-Jährige eine weitere Aufgabe der Institution. «Dabei ist wichtig, dass wir eng mit anderen Netzen zusammenarbeiten respektive von ihnen lernen und profitieren können. Nur so können die Befriedigung der Bedürfnisse und die Gewährleistung der Pflegeplätze im Sensegebiet gewährleistet werden», erklärt sie. Die Gesundheitsnetze gibt es in jedem Bezirk des Kantons, sie sind jedoch unterschiedlich organisiert. Die Kosten des «Gesundheitsnetzes Sense» werden durch die 15 beteiligten Trägergemeinden des Bezirks getragen. «Es ist überall anders organisiert, typisch föderalistische Schweiz», lacht sie.
Ein Miteinander
Neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin arbeitet Meuwly bei der Koordinationsstelle. Diese informiert die Öffentlichkeit über Dienstleistungen und Unterstützungsangebote der Region zum Thema Alter und vernetzt die verschiedenen Akteure. «Wir bieten eine zentrale Anmeldekoordination für Pflegeheimplätze. Dazu arbeiten wir mit den Dienstleistungsstellen sowie auch mit den Betroffenen und Angehörigen zusammen», erläutert Meuwly, welche die Koordinationsstelle ab 2019 aufgebaut hat. Es gefalle ihr, dass sie damit die Leute mit ihren Bedürfnissen abholen könne und Lösungen bieten kann. Gefallen findet die Plaffeierin jedoch nicht in allen Aufgabenbereichen: «Wir konnten die Finanzen per Mandat extern vergeben. Da diese nicht zu meinen Lieblingsbereichen gehören, bin ich ziemlich froh darüber», gibt sie schmunzelnd zu.
Viel Erfahrung
Meuwly arbeitete nicht immer im Büro. Sie hat Erfahrung in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens. Die gelernte Krankenschwester war 15 Jahre in der Onkologie tätig, absolvierte verschiedene Weiterbildungen, machte eine Führungsausbildung und arbeitete schliesslich in einem Pflegeheim in der Leitung. Weiter begleitete sie Auszubildende im Gesundheitswesen, arbeitete bei der Spitex und der Gesundheitsdirektion und besitzt eine Ausbildung in der integrativen lösungsorientierten Psychologie. «Meine Erfahrung erleichtert die Zusammenarbeit», sagt sie bestimmt. Trotz unzähliger und facettenreicher Erfahrungen und der Arbeit in Führungspositionen stellt Meuwly nicht sich und ihre Tätigkeit, sondern deren Ziel in den Vordergrund: «Mein Wunsch ist es, dass wir die Anliegen der Bevölkerung in den Fokus stellen. Ich möchte, dass alle miteinander und am gleichen Strick ziehen.» Damit jede Region erhalte, was sie brauche und sich das Oberland nicht etwa dem Unterland gegenüber benachteiligt fühle, sei die Zusammenarbeit mit den einzelnen Dienstleistern der Region umso wichtiger, ist sie überzeugt.
Wie und wo findet Meuwly einen Ausgleich zu ihrem Berufsalltag? «Zuhause bei meiner Familie», kommt ihre schnelle Antwort, ohne lange zu überlegen. Es sei wichtig, in einer solchen Funktion Zuhause abschalten zu können, damit man bei der Arbeit wieder «vollen Einsatz» geben könne, weiss sie. Einen vollen Einsatz, ganz im Sinne der Bevölkerung; insbesondere für Dienstleister und pflegebedürftige Personen.