Manfred Zimmermann, Präsident des NVL, hatte den Aktionstag schon vor zwei Jahren ins Auge gefasst, musste ihn pandemiehalber aber verschieben. Er ist zufrieden mit der Anzahl an freiwilligen Helfenden. Die Erwartungen der Organisatoren wurden bei weitem übertroffen. Er hätte sich zwar noch mehr Familien mit schulpflichtigen Kindern gewünscht, hat aber Verständnis dafür, dass es viele an sommerlichen Tagen nach anderem als Neophytenbekämpfung gelüstet.
Warum ein Neophytentag in Laupen?
Ein Orchideeninventar, das vor ein paar Jahren in der Umgebung von Laupen stattfand, förderte nebst erfreulichen zehn wilden Orchideenarten auch die Erkenntnis zutage, dass Laupen ein Problem hat: invasive Neophyten. Seit Jahrzehnten werden zum Beispiel immer mehr Uferabschnitte an der Saane und Sense von den Monokulturen nordamerikanischer «Goldruten» besetzt. In den letzten Jahren verbreitete sich zudem das «Einjährige Berufkraut», ebenfalls ein invasiver Neophyt, auf sonnigen Arealen wie Weiden, Strassenrändern, dem Hochwasserdamm, dem Bahndamm und begrünten Dächern.
Erfolg im Kleinen
Die in Gruppen eingeteilten Freiwilligen wurden in Gebieten eingesetzt, die Zimmermann zusammen mit Jean-Claude Rappo, Leiter Werkdienste, am Vortag rekognosziert hatte und wo mit den beschränkten personellen Ressourcen am meisten erreicht werden konnte. Bei der ARA im Hirsried, entlang von Saane und Sense bis zum neuen Bahnhof und in der Holzmatt im Laupenholz wurden nach Schätzungen von Jean-Claude Rappo vier bis fünf Kubikmeter «Berufkraut» ausgerissen. Das Material wurde anschliessend im Container gepresst und schliesslich in der Kehrichtverbrennungsanlage vernichtet. Nach getaner Arbeit erwartete die hungrigen Helfer beim Werkhof der Gemeinde ein von der Burgergemeinde gesponsertes und vom Feuerwehrverein zubereitetes Risotto.
Ein zweiter Einsatz?
Es liege in der Natur der Sache, dass die Bekämpfung invasiver Neophyten eine langwierige Aufgabe sei, sagt Zimmermann. Aufgrund dessen und der positiven Feedbacks auf den ersten Tag erwäge man daher einen zweiten Neophytentag im nächsten Jahr. Es gehe bei solchen Aktionen nicht zuletzt auch um die Sensibilisierung der Bevölkerung. Denn jede und jeder Einzelne könne etwas tun, indem sie oder er die Augen offenhalte und invasive Neophyten wie das «Einjährige Berufkraut» vor dem Haus oder im eigenen Garten sofort entferne, bevor sie sich ausbreiten können.