Weitsicht, Offenheit und Mitgefühl

Weitsicht, Offenheit und Mitgefühl

Wenn die Gemeindepräsidentin Tanja Bauer (SP) die Parlamentssitzung eröffnet, ist etwas speziell: Die neue Legislatur startet, und für einen kurzen Moment ist der ehemalige Parlamentspräsident bereits abgetreten und die neue Präsidentin noch nicht gewählt. Doch an diesem 9. Januar war noch Weiteres aussergewöhnlich.

«Seit der letzten Silvesternacht empfinde ich eine tiefe Trauer. Viele junge Menschen sind aus ihrem Leben und ihren Träumen gerissen worden. Wir sind heute bei euch», sagt eine sichtlich ergriffene, frisch gewählte Parlamentspräsidentin Christine Müller (Grüne). Wegen der Katastrophe von Crans-Montana sowie des tragischen Todes von Peter Stähli verschiebt das Parlament seine Feierlichkeiten und beschränkt sich auf eine einfache, konstituierende Sitzung. «Wir stehen zusammen, und ich wünsche mir, dass wir das auch morgen noch tun», leitet die frisch gewählte Präsidentin über zu den gemischten Gefühlen zwischen Betroffenheit und Freude. Denn Letzteres sollte trotzdem auch ein wenig Platz erhalten. Dies zeigt sich dann, als auch alle weiteren Sitze gewählt werden: die Geschäftsprüfungskommission (GPK), die Finanzkommission (FiKo) sowie die Redaktionskommission. Drei neue Parlamentsmitglieder sind auf Anhieb in die Kommissionen gewählt worden: Benjamin Marti (SVP) in die GPK, Raphael Rutschi (FDP) in die FiKo und Katrin Aeschbacher in die Redaktionskommission. Kurz nachdem Casimir von Arx (GLP) den goldenen Randstein an Christine Müller (Grüne) übergibt, nimmt sich das Parlament noch ein wenig Zeit für das Miteinander. Getreu den drei Worten, die Bauer allen Gewählten passend zu diesem denkwürdigen Tag mitgegeben hat: Weitsicht, Offenheit und Mitgefühl.

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