«Die Individualität meines Berufes passt zu mir»

«Die Individualität meines Berufes passt zu mir»

Vom 12. bis 16. September 2018 finden in Bern die zweiten Schweizer Berufsmeisterschaften («SwissSkills») statt. Als Siegerin der letztjährigen Berner Berufsmeisterschaften will Elena Hofer ihr Wissen, ihre Persönlichkeit und ihren Ehrgeiz für ein gutes Resultat einsetzen.

In diesem Sommer hat Elena Hofer ihre Ausbildung im Lindenhofspital Bern, das zur Lindenhofgruppe gehört, abgeschlossen. Nun ist sie Fachfrau Gesundheit (FaGe) mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis und voller Überzeugung. Obschon es auch anders hätte kommen können. Denn sie hat bereits als Drittklässlerin erstmals an einem Beruf geschnuppert. «Während der Schulferien», sagt sie, «war es mir manchmal langweilig, also machte ich Schnupperlehren in verschiedenen Berufen.» Ganz besonders gerne hat sie Velos geflickt. Eine Lastwagen-Chauffeurin hätte aus ihr ebenfalls werden können. Oder eine Malerin, Schreinerin oder Kaufmännische Angestellte, auch als Coiffeuse oder Damenschneiderin hat sie geschnuppert. Das scheint charakteristisch für Elena Hofer. Die junge Frau ist sehr offen, vielseitig interessiert und zielstrebig, dazu bodenständig. «Eigentlich wollte ich nicht wie meine Mama einen Beruf in der Pflege ausüben. Trotzdem liess ich mich von einer Freundin motivieren, in einem Altersheim zu schnuppern.» Doch, fand sie danach, das könnte etwas sein und es folgte eine Schnupperlehre im Lindenhofspital, wo sie ihre Mutter bei ihrer Arbeit als Pflegefachfrau begleiten durfte. Das überzeugte sie, ihr Entscheid war gefallen und äusserte sich im Dank an ihre Mutter: «Merci, Mama, dass du mich mitgenommen hast.» Nach einem Au-pair-Jahr bei einer Weinbauernfamilie im Kanton Genf begann sie mit der dreijährigen Ausbildung.

Siegerin in Bern
Das passte von Anfang an. Es passte so gut, dass Elena Hofer von ihrer Ausbildungsverantwortlichen gefragt wurde, ob sie im dritten Lehrjahr an den Berner Berufsmeisterschaften teilnehmen möchte. Sie wollte, obwohl sie sich zuerst fragte, ob sie sich diesem Druck aussetzen soll. «Ich sah dies jedoch als gute Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfung.» Heute ist Elena Hofer froh und dankbar, dass sie sich zur Teilnahme entschloss. «Dass ich gewonnen habe, freut mich natürlich sehr. Auch deshalb, weil ich dadurch an den ‹SwissSkills› teilnehmen darf. Vor allem war es eine tolle Bestätigung meiner Arbeit.» Nun also die nationale Bühne, wo Elena Hofer gegen 20 Teilnehmende aus ihrem Beruf antreten wird. Die ersten Schweizer Berufsmeisterschaften fanden im Jahr 2014 ebenfalls in Bern statt. Die Bundesstadt hofft auch auf die Ausrichtung der «Swiss­Skills» in vier Jahren. Im Stadtrat herrschte Einigkeit wie selten, als ein Kredit von einer halben Million Franken zur Unterstützung des Anlasses beschlossen wurde. Das ist auch nötig, denn die Stadt Bern wird sich gegen andere Städte als Gastgeberin durchsetzen müssen.

«SwissSkills» als Erfolgsgeschichte
Die Schweizer Berufsmeisterschaften haben sich in kurzer Zeit zu einem bedeutenden Anlass mit hoher nationaler Ausstrahlung entwickelt. Auch wirtschaftlich, das Budget beträgt rund 15 Millionen Franken. Erwartet werden bis zu 200’000 Besucherinnen und Besucher, ein Teil von ihnen beschert der Stadt rund 10’000 Logiernächte. Neben der Stadt und dem Kanton Bern trägt der Bund den Grossteil der Kosten, dazu kommt das Engagement der Privatwirtschaft. Die Einzigartigkeit des dualen Bildungssystems und damit ein starkes Bekenntnis zur nichtakademischen Berufsausrichtung werden an den «SwissSkills» hochgehalten.
Dafür sorgen in erster Linie die Hauptdarsteller, nämlich die besten 1100 jungen Berufsleute, die in 75 Berufen um den Titel des Schweizer Meisters und der Schweizer Meisterin wetteifern. Dazu werden 60 weitere Berufsdemonstrationen geboten. Die Feststellung ist berechtigt: Nirgends sonst gibt es so viel Inspiration und Praxisnähe über die Berufswelt und deren Karrieremöglichkeiten wie an den «SwissSkills». Für Schülerinnen und Schüler, natürlich, aber genauso für Lernende, Berufsbildende, Lehrpersonen und Eltern.
Elena Hofer freut sich mit der nötigen Anspannung, aber auch mit ihrem natürlichen Selbstbewusstsein auf die Meisterschaft. Sie weiss, was sie kann. Und sie macht ihre weitere Laufbahn nicht abhängig von ihrem Abschneiden. Als nächstes will sie die Berufsmaturität erlangen und sich danach an einer Fachschule weiterbilden: «Ich will mehr Wissen, Verantwortung und Kompetenz.» Nach dem zweistündigen Einsatz anlässlich der Berner Meisterschaft sagte die Frau, die sich als Patientin zur Verfügung gestellt hatte, zu ihr: «Ich habe mich bei Ihnen wohlgefühlt.» Sollte Elena Hofer solches auch nach dem nationalen Wettkampf hören, wird sie zufrieden sein, denn: «Das ist für mich das grösste Kompliment.»

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