Dreimal drei macht stolz

Dreimal drei macht stolz

Junge Menschen im Mittelpunkt. Sowohl die IG Wangental wie auch der KMU Amt Laupen haben den Mut, eine eigene Veranstaltung so auszugestalten, dass sie fast ein wenig in den Hintergrund gerät, weil die Bühne den besten Lernenden gehört. Sie stärken so die Lehrberufe und ihre eigenen KMU.

Neujahrsantrunk im Rittersaal des Schlosses Laupen. Eingeladen hat der KMU Laupen. Doch statt einer weiten Runde mit weissmelierten Köpfen mischen sich viele junge Menschen ins zarte Weiss. Farbtupfer der Zukunft, die ein Goldvreneli erhalten, wenn sie ihre Lehre mit 5,3 oder besser beenden: eine Ehrung, eine Wertschätzung, Applaus als Höhepunkt eines Anlasses. Wenige Kilometer weiter beginnt das Wangental mit all seinen Firmen. 91 davon sind in der IG Wangental. Wie alle Wirtschaftsverbände und -vereine tagt diese jährlich mit der Hauptversammlung. Doch nicht die statutarischen Geschäfte stehen im Vordergrund, sondern die Lernenden. Auch sie erhalten ein Goldvreneli und eine Urkunde für die besten Lehrabsolventinnen und -absolventen mit Noten von 5,3 oder höher. Die Wangentaler nennen diesen Höhepunkt des Anlasses die IGW Awards.

Wiederholungstäter
Und nimmt man noch den Schnuppermorgen mit mehreren Firmen und Lehren dazu, an dem jeweils über 200 Schülerinnen und Schüler vorbeikommen, darf man mit erhobenem Haupt feststellen: Die IGW unternimmt alles, um Lehrstellen und Lernende zu fördern. Das ist auch eine Wertschätzung der Lehrbetriebe sowie der Ausbildnerinnen und Ausbildner. So kommt es nicht von ungefähr, dass der Verein erneut drei junge Menschen auszeichnen darf, die ihre Lehre mit der Note 5,3 oder besser abgeschlossen haben. Zum dritten Mal in Serie: drei Topabschlüsse. Die Lehrbetriebe selbst sind ebenfalls Wiederholungstäter. careköniz etwa darf zum vierten Mal Lernende an diese Awards mitnehmen. Auch AdvalTech steht nicht zum ersten Mal im Rampenlicht dieser Ehrungen.

In sich investieren
Der besondere Moment an den diesjährigen IGW Awards sind die Fragen von Vorstandsmitglied Marco Wüthrich an die jungen Menschen. Was denn sein Erfolgsrezept gewesen sei, wollte Wüthrich von Tobias Blaser wissen, der als Polymechaniker EFZ die Note 5,5 erhielt. Die Antwort des hochgewachsenen jungen Mannes begeistert die Anwesenden: «Motiviert sein und bleiben. In sich investieren, auch an Wochenenden und wenn man müde ist.» Welch tolle Einstellung, flüstern sich die anwesenden Firmenleiter zu. Dann ergänzt Blaser noch: «Es hat sich gelohnt, dafür gibt es ja nun ein Goldvreneli.» AdvalTech darf sich dabei am meisten freuen: Ihr Polymechaniker wird nach dem Militäreinsatz wieder zu ihnen zurückkehren. Doch selbst ohne diese gute Nachricht hat der Ausbildner Zybach viel Lob für seinen Schützling: «Die Ruhe und Beständigkeit, die er in seiner Arbeit findet, habe ich selten so erlebt. Er zeigt Ehrgeiz sowie konstant gute Leistungen und gewann schon im 2. Lehrjahr einen schweizweiten Wettbewerb.»

Die Freudenschenkerin
Gleich zwei junge Frauen aus den Reihen von careköniz dürfen ihren Award in Empfang nehmen. Anchal Anchal und Fauzieh Muradi. Muradi schliesst ihre Ausbildung zur Assistentin Gesundheit und Soziales EBA mit 5,4 ab. Wo denn die Herausforderungen auf ihrem Weg gewesen seien, will Marco Wüthrich wissen. «Nirgends», überrascht die junge Frau und ergänzt: «Alles war super, ich habe viel gelernt und wurde stets unterstützt.» Hinter der Antwort steckt etwas, das nur die nonverbale Kommunikation verrät: eine positive Einstellung zu ihren Aufgaben und die Fähigkeit, darin Freude zu finden. Oder wie es Ausbildnerin Andrea Rauber sagt: «Sie kann auch in schwierigen Situationen durchhalten und verliert nie das Team aus den Augen; sie ist eine Macherin. Die Menschen bei uns haben entsprechend viel Freude, wenn sie kommt und hilft.» Für Muradi ist klar, wie es weitergeht: Richtung EFZ. Oder wie Rauber es formuliert: «In drei Jahren kommen wir wieder.»

So geraten die ordentlichen Traktanden der Hauptversammlung ein wenig in den Hintergrund. Präsident André Frey führt schlank und rank durch die Geschäfte. Ein wenig innehalten muss man lediglich, um Christian Jost zu verdanken. Er tritt aus dem Vorstand zurück. Um die Lücke wieder zu schliessen, hat sich Michel Bur von Sun Chemical zur Verfügung gestellt. Die anderen Vorstandsmitglieder werden mit Applaus wiedergewählt. So gibt es viele Gründe, sich beim anschliessenden gemeinsamen Nachtessen gut zu unterhalten. Dass es etwas länger ging, liegt sicherlich am Restaurant Wangenbrüggli und an der Art und Weise, wie die IGW-Familie dort verwöhnt wurde. Zu Recht, nach drei Jahren, in denen drei Lernende so erfolgreich waren. Das ergibt eine neue Formel, welche die IG Wangental definiert: Dreimal drei macht stolz.

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