Vor einem halben Jahrhundert fand er zum ersten Mal statt, der Orientierungslauf der Längenberger 3. bis 9. Klassen. Mit dabei sind heuer ebenfalls Teilnehmende aus Schüpberg im Seeland.
Einer wie keiner
Dass ein Schulanlass so lange überlebt, sei schon ein wenig speziell. «In der Regel überdauern sie nicht so lang», sagt Lisa Schmutz. «Viele Anlässe sind personenbezogen. Zieht eine Lehrkraft weg oder wird pensioniert, verschwindet oft auch der von ihr betreute Anlass.» Lisa Schmutz ist eine der Kräfte, die den OL der Schulen auf dem Längenberg in Bewegung halten, sie selbst seit zwei Jahren. Für Interessierte hat Fritz Zingg von der OL Norska eine kleine Chronik dieses speziellen Projekts erstellt, die der Redaktion vorliegt. Lisa Schmutz sieht den OL in einem grösseren Zusammenhang: «Wir schaffen damit einen kompetitiven Ort und vermitteln ein neues Erlebnis von Leistung in einer spannenden Umgebung.» Nebst Tempo zählen auch das räumliche Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, Eintragungen auf der Karte in die Realität umzusetzen. Handys sind nicht erlaubt, was ein «Offline»-Erlebnis bietet. Weil der OL im eher nicht so bekannten «Ratteholz» stattfindet, hat keines der Kinder einen Standortvorteil. Damit sind die Spiesse für alle gleich lang.
Bewährtes Gemeinschaftsprojekt
In den Schulen auf dem Längenberg wird vieles gemeinsam angepackt. So haben alle Lehrkräfte mindestens ein «Ämtli». Eines ist die Mitarbeit beim OL. Aus jedem Schulhaus muss eine Person ins OK delegiert werden. Auf diese Art entsteht ein Beziehungsnetz, die Entscheidungswege für ein Projekt sind kurz, die Ansprechpersonen klar definiert – «eine Art Erfolgsrezept», so der Grundtenor. Speziell hervorgehoben wird seitens der OK-Mitglieder das Engagement ihres Präsidenten Nik Günter sowie etwa der langjährigen und engagierten Mitglieder Markus Gnägi und Hans-Peter Gloor. Mit dabei waren dieses Jahr auch die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Schüpberg bei Schüpfen. Deren Lehrerin Jasmin Kiener unterrichtete früher auf dem Längenberg und wollte «ihren» Kindern ebenfalls ein OL-Erlebnis ermöglichen. Ein wichtiger Bestandteil ist das Znüni, das in einem grossen Zelt eingenommen wird. Dabei ist die Erdbeermilch vom Landwirtschaftlichen Verein Region Gantrisch gesponsert, Brot und Schoggi steuert das OK bei. Ebenfalls mit dabei sind Mitglieder des Samaritervereins Kehrsatz. Sehr geschätzt wird das Engagement des OL-Profis Gregor Wyder, der jeweils im Englisbergwald einen Übungs-OL aussteckt. «Eine unverzichtbare Komponente der Vorbereitung», ist sich das OK einig. Dieses Jahr machte insbesondere die trockene Umgebung zu schaffen. 600 Kids «über den Parcours jagen», sei Jahr für Jahr eine grosse Aufgabe. Diese wird von vielen Freiwilligen mit viel Goodwill mitgetragen. Den Transport der Schülerinnen und Schüler übernehmen engagierte Eltern. Einmal am Ort, wird dann individuell gestartet, verteilt über ein Zeitfenster von rund drei Stunden. Erfreulich ist auch die Wahrnehmung durch die Bevölkerung. Trotz der grossen Teilnehmerschar ist das Ganze «ein kleiner, feiner Anlass» geblieben. So erfolgt die Rangverkündigung später in den Klassenzimmern.
… und kein bisschen müde
Auch bei der 50. Austragung haben sich junge Menschen miteinander gemessen, Bewegung genossen, Erfolge gefeiert. Was bleibt, ist die Freude an einem würdigen Jubiläum. Und die Vorfreude auf die nächsten 50 Jahre eines Anlasses, der nicht nur Schulpflichtige und ihre Lehrkräfte auf Trab hält, sondern auch der Region Schwung verleiht.