Erfolgreich an Schweizer Berufsmeisterschaft

Erfolgreich an Schweizer Berufsmeisterschaft

Vom 21. bis 26. November fanden während der Berufsmesse in der Messehalle Zürich die Schweizer Meisterschaften der Elektroinstallateure statt. Unter den 20 Teilnehmenden – 19 Männer und eine Frau – meisterte auch der 22-jährige Nicolas Rappo die Aufgabenstellung mit Bravour.

Für einen Spitzenplatz, der zur Teilnahme an der WM in Abu Dhabi oder an der EM in Budapest berechtigt hätte, hat es leider nicht ganz gereicht. Trotzdem ist der diplomierte Berufsmann mit dem Erreichten mehr als zufrieden. «Eine solche Chance bekommt man normalerweise nur einmal im Leben. Es ist toll zu sehen, zu welchen Leistungen man unter Stress und unter den kompetenten Augen der Experten fähig ist», erklärt Nicolas Rappo überzeugt.

Erfolgreicher Lehrabschluss
Ursprünglich suchte Rappo nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehrstelle als Informatiker, seinem damaligen Traumberuf. Die Stellensuche war leider nicht von Erfolg gekrönt. So entschied er sich für die 4-jährige Lehre als Elektroinstallateur bei der Firma ETF. Sein Beruf bereitete ihm grosse Freude, ausserdem war er den schulischen und handwerklichen Anforderungen mehr als gewachsen. Als sich die Lehre dem Ende zuneigte, wurden die Lernenden während den praktischen Kursen angefragt, ob sie Interesse hätten, an der Westschweizer Berufsmeisterschaft teilzunehmen. Voraussetzung war die Note 5 bei der Abschlussprüfung. Nicolas war zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig überzeugt. Im vergangenen Sommer schloss er seine Lehre mit der Note 5,2 ab. Darauf kam noch einmal die Anfrage, ob er nicht doch an der Meisterschaft teilnehmen würde. Nach einigen Überlegungen und der Absprache mit den Eltern sagte er zu.

Unter den besten Vier
Während der Freiburger Messe, die im Oktober im Forum der Zähringerstadt stattfand, mussten die Kandidaten in der Zeitvorgabe von 23 Stunden eine vorgegebene Elektroinstallation mit Schaltgerätekombinationen, Lichtinstallationen und Steuerungen mit Komponenten an Wand und Türe so exakt wie möglich umsetzen. Gearbeitet wurde in einer Art Box. Für jede der drei Seitenwände und die Decke erhielten die Kandidaten je einen Detailplan, nach dem sie dann realitätsgetreu installieren mussten. Wurde eine Teilaufgabe exakt nach Plan ausgeführt, vergaben die Experten zehn Punkte, bei mangelhafter oder fehlender Umsetzung gab es nur einen Punkt. Die Aufgabe war im Vorfeld bekannt. Jeder Teilnehmer erhielt dazu ein Dossier. Etliche Wochen zuvor wurde tage- und stundenlang ausserhalb der Arbeitszeit geübt, diskutiert, wurden Details besprochen und Arbeitsabläufe verbessert. Nicolas Lüdi, Kursleiter an der Berufsschule Freiburg, stellte allen Teilnehmern aus dem Kanton Kursräume sowie Übungsmaterial zur Verfügung und unterstützte sie mit Rat und Tat bei ihrem Unterfangen. Es hat sich gelohnt: Unter den wachsamen Augen von etlichen Experten aus der ganzen Schweiz und den interessierten Blicken der Messebesucher brillierten gleich zwei Freiburger – Nicolas Rappo und Mauro Hediger. Beide gehörten zu den besten Vier der Westschweiz, was zur Teilnahme an der Schweizer Berufsmeisterschaft Ende November in Zürich berechtigte.

Keine Fehler erlaubt
Da die Aufgabestellung für die Schweizer Meisterschaft erst am Event selbst bekannt gegeben wurde, reiste Nicolas Rappo ziemlich angespannt nach Zürich. «Der Ehrgeiz hatte mich gepackt und natürlich träumte ich davon, gut abzuschneiden oder gar zu siegen», sagt er. Die Vorbereitung bestand darin, Fehler auszumerzen und schnellere Arbeitsabläufe zu finden. Um allen Teilnehmenden die gleichen Voraussetzungen zu bieten, absolvierten diese gleich am ersten Tag einen Crash-
kurs in KNX – eine intelligente, ausgereifte Vernetzung moderner Häuser- und Gebäudesysteme. Damit hatte Nicolas während seiner Lehre nämlich wenig zu tun. Während einer ganzen Woche arbeiteten die Elektroinstallateure an der komplexen Aufgabe, zeichneten Schemas zu Schaltplänen und Funktionsbeschrieben, stellten Messungen an und erstellten mehrere Prüfprotokolle. Zum Schluss der Arbeiten folgten das Programmieren und die Inbetriebnahme. Am Ende sollte alles einwandfrei funktio-
nieren. «Fehler kann man sich unter dem enormen Zeitdruck eigentlich keine leisten. Passieren sie trotzdem, darf man nicht darüber nachdenken, sondern man muss konzentriert bleiben und versuchen, es besser zu machen», erzählt der Berufsmaturitätsschüler. Für ihn war die Teilnahme eine lehrreiche Erfahrung, die er nicht missen möchte. Der gemeinschaftliche Austausch mit den anderen Bewerbern, das Fachsimpeln in den Pausen sowie am Abend haben ihm viel gebracht. Er würde jedem, der die Chance dazu hat, empfehlen, an einer Berufsmeisterschaft teilzunehmen. Momentan absolviert Nicolas Rappo die Berufsmatura. Anschliessend möchte er wieder einige Zeit in seinem erlernten Beruf arbeiten, Geld verdienen und später an der Fachhochschule Energie und Umwelt studieren.

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