Viele verbinden die Mobiliar in erster Linie mit Versicherungen. Dass sie auch Hypotheken anbietet, überrascht noch immer manche Kundinnen und Kunden. «Wir erhalten regelmässig Anrufe von Leuten, die sagen: Das wussten wir gar nicht – wir sind ja bereits bei euch versichert», verrät Pascal Bieri.
Banken und Versicherungen
Tatsächlich ist die Mobiliar auf Vergleichsportalen präsent – und dort häufig weit vorne mit dabei. «Das liegt daran, dass wir preislich konkurrenzfähig sind», erklärt Bieri. Doch die Mobiliar ist keine klassische Bank. Hinter dem Angebot steht eine Plattformlösung, an der die Mobiliar sowie sechs weitere Eigentümer beteiligt sind.
Plattformlösung
Finanzierungsanfragen laufen über diese Plattform. Die Mobiliar investiert dabei eigenes Kapital – unter anderem Gelder aus der Pensionskasse. Wer die Finanzierungsvorschriften erfüllt, kann darüber eine Hypothek erhalten. Die Kreditgeber können auf der Plattform ihre Richtlinien und Konditionen bekannt geben. Das beste Angebot erhält den Zuschlag. Für die Kundschaft bleibt klar: Die Finanzierung erfolgt über die Mobiliar. «Der beste Vorschlag gewinnt – das ist gut für den Kunden», sagt Bieri. Gerade bei Standardfinanzierungen sei das System ideal. Bei sehr komplexen oder speziellen Objekten, etwa gewissen Renditeliegenschaften, seien klassische Finanzinstitute aber weiterhin die passendere Adresse. Bieri spielt also nicht die Banken gegen die Versicherungen aus, sondern räumt beiden Varianten ihre Stärken ein.
Es geht immer um Vorsorge
Doch für Bieri zählt weit mehr als der Zinssatz. «Je urbaner das Umfeld, desto stärker fokussieren viele nur auf den Zins», beobachtet er. Als ausgebildeter Finanzplaner verfolgt er jedoch einen ganzheitlichen Ansatz. Eine Hypothek sei selten ein isoliertes Produkt – sie stehe fast immer in engem Zusammenhang mit der persönlichen Vorsorge. Ein Beispiel ist die Ablösung einer Hypothek. «Neun von zehn Kundinnen und Kunden sagen spontan: ‹eins zu eins weiterführen›», erzählt Bieri. Für ihn ist das ein Moment, um genauer hinzuschauen. Soll amortisiert, aufgestockt oder neu strukturiert werden? Und wie wirkt sich das auf die Vorsorge aus? «Man kann etwa die Hypothek bewusst etwas höher belassen und stattdessen in die Pensionskasse einzahlen», erklärt er. Das kann steuerlich attraktiv sein und die Altersvorsorge stärken. Wichtig sei, die Pensionskasse nicht vorschnell zu beziehen. «Man kann sie auch verpfänden – ohne Eintrag im Grundbuch.» Solche Varianten prüft Bieri systematisch. Für ihn ist der Kauf einer Liegenschaft – oder auch die Ablösung einer Hypothek – immer ein Vorsorgeereignis. Steuerliche, güterrechtliche und familiäre Aspekte gehören zwingend dazu. Die Tragbarkeit der Liegenschaft spielt eine zentrale Rolle für Bieri sowohl im Alter, in der Invalidität und im Todesfall (Vorerbe oder Schenkungen sind im Todesfall ausgleichpflichtig).
Nicht nur auf Zinsen schauen
Gerade beim Thema Absicherung sieht er Handlungsbedarf. Eine grosse Mehrheit der Paare haben keinen Ehevertrag. «Das ist wie Klettern ohne Seil», sagt er. Solange alles gut geht, scheint das kein Problem. Im Todesfall oder bei einer Trennung kann es jedoch existenziell werden. Auch Erbschaftsfragen spielen bei Immobilien oft eine zentrale Rolle. Dass Pensionskassen und Versicherungen im aktuellen System häufig Zinsvorteile bieten können, hängt mit ihrer langfristigen Kapitalanlage zusammen. Davon profitieren die Kundinnen und Kunden direkt.
Für Pascal Bieri steht fest: Eine Immobilienfinanzierung ist mehr als ein Zahlenvergleich. «Viele denken zuerst, ich wolle ihnen etwas verkaufen», sagt er. «Dabei geht es meist um das Gegenteil: um eine saubere Gesamtbetrachtung.» Wer Wohneigentum finanziert (Kauf und Weiterführung der Hypothek), trifft eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen seines Lebens – und sollte sie nicht nur am Zinssatz festmachen.