Vom kleinen Anfang zum grossen Kino

Vom kleinen Anfang zum grossen Kino

Zwei Geschwister, ein Filmprojekt und viel Eigeninitiative. Mit ihrem zweiten Film, «Zwei Welten – Blaues Gold», erzählen Nuria und Serafin Mani mit viel Fantasie über aktuelle Themen.

Eine Hitzewelle und die dramatischste Wasserlage des Jahrtausends. Eine scheinbar aussichtslose Situation und mittendrin doch ein Funken Hoffnung: das Quantenphysikgenie Maximilian und seine Entdeckungen. Eine mitreissende Geschichte kommt ins Rollen und die Zuschauenden werden Teil des Abenteuers von Maximilian und seinen Freunden. Der 80-minütige Fantasiespielfilm, «Zwei Welten – Blaues Gold», führt durch Realität und Fantasie.

Die 22-jährige Nuria Mani studiert Umwelt- und Ressourcenmanagement, während ihr ein Jahr jüngerer Bruder Serafin Mani als Harfenbauer tätig ist. Aufgewachsen in Guggisberg, waren die beiden Teil eines Homeschooling-Projektes, in dessen Rahmen sie auch ihren ersten Film, «Zwei Welten», realisierten.

Der kleine Anfang

«Serafin hat sich eine Fotokamera gewünscht», erzählt Nuria Mani im Gespräch und markiert damit den Startschuss ihrer filmischen Projekte. Mit dieser Fotokamera drehten sie gemeinsam mit Kindern aus dem Homeschooling-Projekt erste Kurzfilme und zeigten diese mehr zufällig einem Bekannten, Jeshua Dreyfus. Dreyfus ist selbst Filmemacher und bot an, die 14- und 15-Jährigen auf dem Weg zum eigenen Film zu begleiten.

Die Ideen fürs Drehbuch wurden gemeinsam gesammelt. Der Tenor war: Action, Fantasie und Explosionen. Gleichzeitig beschäftigte die Kinder und Jugendlichen der Klimawandel. Für sie war und ist wichtig, solche Themen in die Geschichten zu verpacken, um damit die Zuschauenden zum Nachdenken zu bringen. In der Zusammenarbeit mit Jeshua Dreyfus fanden Manis einen geschickten Weg, diese unterschiedlichen Wünsche in einer runden Geschichte zu verbinden. Besonders wichtig war ihnen dabei der Fantasie-Aspekt, «dass man unmögliche Sachen machen und Figuren zum Leben erwecken kann».

Viele Ideen und ein zweiter Film

«Wir haben Ton und Kamera nach dem letzten ‹Take› abgestellt und dann sind die Ideen gekommen, was wir alles hätten machen können», erinnert sich  die Guggisbergerin an das Ende ihres ersten Films. Für beide war klar, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Es ist nun fünf Jahre her, als die Geschwister begannen, diese Ideen in einem neuen Drehbuch Szene für Szene zu Blatt zu bringen. Diesmal leiteten sie das Projekt eigenständig. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem von einem Freund, Lorin Jaeger.

Auf der anderen Seite, vor der Kamera, standen insgesamt 65 Schauspielende. Ein Teil davon waren die Kinder aus dem Homeschooling-Projekt, viele weitere kamen aus dem persönlichen Umfeld. Drei Rollen wurden mit erfahrenen Schauspielenden besetzt, welche sie über ein Online-Inserat fanden. Einer davon ist Scott Brand, der sich an den Dreh als «rundum schönes Erlebnis» erinnert und besonders die familiäre Atmosphäre und den Enthusiasmus schätzte. Serafin Mani betont, wie überrascht er von der Leistung der Schauspielenden war und klopft sich dabei auch selbst auf die Schultern: Die Zuteilung und das Schreiben der Rollen seien gut gelungen.

Gleich und doch verschieden

Die Geschichte des zweiten Films knüpft an den ersten an. Die erschaffene Welt bietet weiterhin grosses Potenzial und wurde daher wieder aufgegriffen. Dennoch soll der Film für sich allein funktionieren.

Dabei waren sich die Filmemacher einig. Erst in den Details wichen ihre Vorstellungen teilweise ab und sie mussten auch Kompromisse eingehen. «Dann nimmt es halt einen anderen Bogen», nehmen sie es schmunzelnd hin. Trotz kreativer Differenzen und abweichenden Vorstellungen funktionierte die Zusammenarbeit der Geschwister hervorragend:  «Wir sind sehr verschieden, aber man hat auf eine Art die gleichen Gedanken».

Was für die beiden besonders herausfordernd war: der Zeitdruck, der ihnen Termine wie der Drehstart bereitete. In einigen Phasen nahm dieses Projekt so viel Zeit in Anspruch wie eine Vollzeitstelle. Und das neben Beruf und Studium.

Beim Dreh des zweiten Films konnten viele Lehren aus dem ersten Film umgesetzt werden. Dennoch sind sie nun wieder an einem Punkt, an dem sie an verschiedenen Orten Dinge sehen, welche sie wieder anders machen würden. Umso klarer sind sie sich diese Erfahrungen und Ideen wieder in einem neuen Film zu realisieren. Klar ist, dass sie sich dafür von ihrer erschaffenen Welt abwenden und etwas komplett Neues starten.

Das grosse Kino

Vorerst freuen sich Nuria und Serafin Mani jedoch darauf, die Filme im Kino Worb zu zeigen.

Vom Film könne man alles erwarten, was man von einem professionell produzierten Kinofilm erwarten kann, erzählt eine Zuschauerin im Nachgang der Premiere. Sie fährt fort: «Man kann Spannung und eine gute Storyline erwarten, die gleichzeitig aktuelle, gesellschaftskritische Themen anspricht.»

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