«Alle gemeindeübergreifenden Aufgaben können zum Projekt für den Gemeindeverband werden», antwortet Simon Ruch auf die Frage, weshalb es überhaupt einen Gemeindeverband brauche, wo doch die Politik für die Anliegen der Gemeinden zuständig ist. Der ehemalige Versicherungsfachmann ist Geschäftsführer des Gemeindeverbandes Region Sense mit 17 Gemeinden. In seiner Funktion koordiniert er operative Aufgaben und ist das Bindeglied zwischen Gemeinden, dem Kanton und dem Bund. Das ist ein Vollzeit-Job. «Die Aufgaben der Gemeinden werden immer komplexer», sagt Simon Ruch und spricht die beiden anderen Gemeindeverbände an, die Orientierungsschule Sense und das Gesundheitsnetz Sense. Diese arbeiten weiterhin autonom, wurden jedoch vor Kurzem räumlich mit dem Gemeindeverband Region Sense zusammengelegt. «Es ist mir ein starkes Anliegen, dass wir so eng wie möglich zusammenzuarbeiten. Damit das vorhandene Wissen und überhaupt die Synergien der Region optimal genutzt werden.» Er betont, dass sich der Verband zu einem Dienstleistungszentrum für die Gemeinden und deren Bevölkerung entwickeln soll. «Niemand will den Gemeinden etwas wegnehmen. Es ist nicht der Verband, der im Vordergrund steht, sondern unsere Region», macht der 44-Jährige deutlich.
Netzwerk und Synergien
Simon Ruch stellt erfreut fest, dass die Aktivitäten des Verbandes in den letzten Jahren zur Entwicklung des Bewusstseins beigetragen haben, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und als geeinte Region gegenüber dem Kanton aufzutreten. Eine wichtige Aufgabe des Verbandes sieht er darin, dass die Gemeinden bei jedem Projekt von Anfang an mit dabei sind. Umso mehr, weil es die Gemeinden sind, die bei jedem Entscheid das letzte Wort haben: «Gemeinsame Projekte werden durch ein partizipatives Vorgehen breiter abgestützt und haben somit eine grössere Akzeptanz in den Gemeinden.» Nötig und wertvoll war die Unterstützung für strukturschwächere Regionen schon immer, nur wurde sie anders umgesetzt. Die seinerzeitige Darlehenspolitik des Bundes, das Investitionshilfegesetz IHG, wurde im Jahr 2008 abgelöst durch die Neue Regionalplitik (NRP) als Grundlage für die Förderung von Randregionen. «Ideen zu Projekten können von Privaten, von Firmen oder Gemeinden eingebracht werden», erklärt Ruch und fügt hinzu: «Nach einer Prüfung und Abklärungen zur Machbarkeit besteht unsere Hauptaufgabe darin, die verschiedenen Partner zur Umsetzung zusammenzubringen und das Konzept bei den zuständigen Stellen einzubringen.»
Stärke durch Gemeinschaft
Die Trägerschaft für ein Projekt kann auch dem Gemeindeverband übergeben werden und dieser übernimmt die Projektleitung. «In einer ersten Phase geht es vor allem darum, bei den kantonalen Behörden abzuklären, ob das Gesuch die nötigen Voraussetzungen zur Unterstützung erfüllt», erläutert der Geschäftsführer. Er wünscht sich, dass künftig noch mehr innovative Ideen an den Gemeindeverband und dessen Netzwerk gelangen. Weil er überzeugt ist, dass die Region stärker wird, wenn sich Menschen zusammentun und gemeinsam vorgehen. Solch gute Absichten sollen kommuniziert werden; die Verantwortlichen des Verbandes tun das und nutzen die vielfältigen Möglichkeiten zur Information. Eine Kommunikations-Expertin wurde beigezogen und die Webseite neugestaltet, dazu ist der Verband aktiv auf Social-Media-Kanälen. «Das alles ersetzt zwar nicht den persönlichen Austausch, aber es schafft Vertrauen in unsere Aktivitäten», meint Ruch und freut sich, dass sich solches bemerkbar macht. In Form von Erfolgserlebnissen, auch von kleinen. «In der Öffentlichkeit wird vermehrt wahrgenommen, wenn wir gemeinsam etwas entwerfen und umsetzen.» Ein Erfolgserlebnis mit hoher Ausstrahlung war im Jahr 2011 die Zertifizierung für den ganzen Bezirk zur Energiestadt. «Zu einem Zeitpunkt also», so der Sensler, «als die Klima-Debatte noch nicht so verbreitet war wie heute. Das war ein freiwilliges Thema. Trotzdem hat jede Gemeinde von sich aus mitgemacht.» Ob Energiestadt, gemeinsame Arbeitszonen oder Verkehrsplanung, für Simon Ruch sind dies beste Beispiele für ein geeintes Auftreten des ganzen Bezirks: «Gemeinsam haben wir mehr Kraft.»