Ist nur das Beste gut genug?

Ist nur das Beste gut genug?

Einst sollte der Kanton 40 Mio. Franken beisteuern; wenig später lautete die Zahl bereits 58 Mio. Franken. Heute sollen gar 81 Mio. Franken an Steuergeldern aufgewendet werden, um das Kunstmuseum zu sanieren und zu erweitern. Insgesamt kostet das Vorhaben 147 Mio. Franken. Gut möglich, dass die Zahlen noch ansteigen. Genug ist genug, sagen sich deshalb SVP sowie EDU und ergreifen das Referendum.

Die benötigten 10’000 Unterschriften kommen schnell zustande. Nach drei Monaten übergeben die Referenten gar über 14’000 Unterschriften an die Staatskanzlei. Nun wird das Volk voraussichtlich am 14. Juni darüber befinden können, ob es einverstanden ist, 81 Mio. Franken an Steuergeldern für die Kunst zu sprechen. Die Referenten betonen, dass sie nicht gegen das Kunstmuseum seien, sondern gegen «ein unausgewogenes, überdimensioniertes Bauprojekt in einer Zeit, in der der Kanton Projekte streichen oder aufschieben muss – etwa bei Schulen, der Infrastruktur oder in der Gesundheitsversorgung», heisst es in der Medienmitteilung. Die SVP, mit Grossrat Reto Zbinden aus Mittelhäusern an vorderster Stelle, hat sich für den Gang vors Volk starkgemacht. Zu einem frühen Zeitpunkt, denn im Rat ging es vorerst um den Planungskredit von rund 16 Mio. Franken. Doch die Kostensteigerung und die Tatsache, dass der Kanton jährlich 12,5 Mio. Franken für das Kunstmuseum sowie das Zentrum Paul Klee ausgibt, heizen die Diskussion zusätzlich an. Ist für das Kunstmuseum nur das Beste gut genug, oder ragt dieser Kredit turmhoch aus der bernischen Kulturszene heraus und schliesst damit viele aus? Nun wird das Volk diese Frage beantworten.

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