Und obwohl seit der Aktion einige Wochen verstrichen sind (sie fand am Tag des Drucks der September-Ausgabe dieser Zeitung statt), berichten wir dennoch darüber, weil es mehr denn je ein wichtiges Anliegen, auch in Zukunft, ist. Wir haben uns einer Gruppe von Freiwilligen in Richtung Eichholz angeschlossen.
Hotspots in Wabern
Miriam Tarchini ist beim Wabern-Leist für Umweltfragen zuständig, entsprechend engagiert war sie bei den Vorbereitungsarbeiten zum Clean-Up-Day. Was sind eigentlich die neuralgischen Stellen in Wabern? «Das Eichholz ist sicher ein Hotspot. Und generell rund um Sitzbänke, wenn diese zudem noch etwas versteckt liegen, hat es oft einiges an Abfall rumliegen», sagt sie. Aber es gibt auch viele unauffällige Orte. «Werfen Sie mal einen Blick in Hecken.» Zigarettenstummel liegen rund um Sitzbänke, aber man findet sie ebenfalls gehäuft an öV-Haltestellen und auf Parkplätzen. Problematischer als auch schon zeigt sich der alte Friedhof, nach Gruppentreffen von Jugendlichen.
«Gratis mitzunehmen»
Es sind an die 20 Leute, einige davon Kinder, die beim Aufräumen helfen wollen, trotz schönstem Sommerwetter. Es bilden sich vier Gruppen. Noch kaum hat unsere Gruppe den Treffpunkt vor dem Coop-Center verlassen, geht es bereits los: Beim Kreisel liegen Bierbüchsen und Zigarettenstummel herum. Auf dem Weg ins Camping Eichholz wird nonstop Abfall eingesammelt, an den beiden Kisten «Gratis mitzunehmen» laufen wir hingegen vorbei. Dabei wäre das ein passender Slogan für jene, die ihren Abfall einfach liegenlassen.
Im Eichholz offenbart sich auf deutliche Weise, wozu unsere Zivilisation leider fähig ist. Im Wald wilde Deponien, ganze Einkaufstaschen liegen mit Inhalt herum, zum Teil mit unappetitlichem Abfall. Unschön. Ich will von Tamara Probst, zum sechsten Mal dabei, wissen, wie sie als Mutter zuhause schaut, dass Abfall korrekt entsorgt wird. «Das ist doch ganz einfach, wegen der Entsorgung», schmunzelt sie, «das weiss man doch. Und für Jugendliche ist der Clean-Up-Day ein gutes Beispiel dafür, wie man es nicht machen soll.» Wo sie recht hat, hat sie recht.
Bilder statt Worte
Nach zwei Stunden kommen die Gruppen wieder zum Ausgangspunkt zurück, Abfall noch und noch. Unter zu vielem anderem auch nebst acht grossen Säcken: ein Raclette-Öfeli, ein kaputter Campingstuhl, ein Minitrampolin. Und eigentlich liesse sich noch viel mehr zum Clean-Up-Day schreiben, aber die Fotos sagen mehr als alle Worte.


