Kolumne: Innovation und Wohlgefühl

Kolumne: Innovation und Wohlgefühl

Alle zwei Monate berichtet in der Kolumne „Seisler Stimmen“ eine in der Politik tätige Person aus dem Sensebezirk. Diesmal schreibt Urs Perler, Grossrat aus Schmitten.

Der Sensebezirk ist ein attraktiver Wohn- und Bildungsstandort zwischen Bern und Freiburg. Als Wirtschaftsstandort hat er jedoch noch Potenzial. Täglich pendeln viele Menschen nach Bern. Das zeigt vor allem eines: Es fehlen attraktive Arbeitsplätze in der Region. Dabei verfügt der Sensebezirk mit gut ausgebildeten Fachkräften und hoher Lebensqualität über beste Voraussetzungen. Diese Stärken müssen wir gezielt nutzen, um Innovationen zu fördern, neue Unternehmen anzuziehen und die Chancen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz aktiv zu nutzen. Dazu braucht es aus meiner Sicht einen Innovationsfonds, der Startups unterstützt und Anschubfinanzierungen ermöglicht.

Ebenso wichtig ist es, der zunehmenden Zentralisierung im Kanton entgegenzutreten. Immer mehr müssen deutschsprachige Lernende für gewisse Ausbildungen nach Bern ausweichen, weil entsprechende Angebote im Kanton nicht mehr auf Deutsch bestehen. Auch die Zusammenlegung von Institutionen, etwa bei den Gerichten, schwächt regionale Strukturen. Was auf dem Papier effizient erscheint, kann dazu führen, dass die Anliegen der deutschsprachigen Minderheit weniger Gehör finden.

Der Kanton Freiburg rühmt sich zweisprachig zu sein. Dazu braucht es jedoch eine starke – auch finanzielle – Förderung der deutschsprachigen Minderheit im Kanton. Der Senslerdialekt ist ein Bijou! Die Gleichberechtigung der deutschen Sprache und Kultur muss deshalb im neuen Sprachengesetz unbedingt verankert werden. Nur so ist die Zweisprachigkeit des Kantons glaubwürdig.

Das Gesundheitswesen ist im Umbruch und es fehlen Pflegeheimplätze. Das Spital Tafers ist zwar auf dem Weg, ein modernes Gesundheitszentrum zu werden, braucht aber einen klaren und langfristigen Auftrag. Wir Sensler Grossräte müssen uns beim Staatsrat mit Vehemenz dafür einsetzen. Es geht auch um zahlreiche Arbeitsplätze in der Region.

Die kulturelle Eigenständigkeit und Eigenart des Sensebezirks ist ein Markenzeichen unseres Kantons. Diese zu bewahren und gleichzeitig neue Chancen für Wirtschaft, Bildung und Gesundheit zu schaffen, dafür setze ich mich als Grossrat ein.

Urs Perler (Mitte Links)

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