Komplett modernisiert und hindernisfrei

Komplett modernisiert und hindernisfrei

Nachdem der Doppelspurausbau weit vorangeschritten ist, beginnen nun die Bauarbeiten rund um den Bahnhof. In Zukunft wird es nur noch 2 breite Perrons geben. Der Wechsel zwischen beiden wird dank einer überdachten Brücke trocknen Fusses möglich sein. Im Sommer wird die Strecke ins Gürbetal für 2 Wochen gesperrt.

Aufgrund einer Überbeanspruchung der Strecke zwischen Bern und Thun – überlastete Züge und Fahrpläne, was zu Verspätungen führte – entschied sich die BLS dazu, die 3 Kilometer lange Strecke zwischen dem Frischingweg in Wabern und der Haltestelle Kehrsatz Nord auf 2 Spuren auszubauen. Durch Kurvenbegradigung kann die Geschwindigkeit der Züge von 80 auf 100 km/h erhöht werden. Damit sollen die Anschlüsse in Thun und Bern eingehalten werden. Wenn das Wetter mitspielt, dann ist geplant, dass der Bereich zwischen Bahnhof Wabern und Frischingweg bis Ende des Jahres fertiggestellt ist.

Mitte Juni wurde die Strecke zwischen Bern-Weissenbühl und Belp für ein Wochenende gesperrt. Es war der Auftakt zu den intensiven Arbeiten rund um den Bahnhof in Wabern. Dieser ist auf der einen Seite veraltet, auf der anderen muss er aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes umgebaut werden. «Der neue Bahnhof soll hell und praktisch werden», sagt Marco Habegger, der Projektverantwortliche der BLS. Der heutige Mittelperron wird abgerissen und durch 2 überdachte, 220 Meter lange Aussenperrons ersetzt. Dadurch teilen sich die Menschenströme besser, da Reisende Richtung Thun und Richtung Bern nicht mehr auf dem gleichen Bahnsteig warten müssen. Das erhöht die Sicherheit massiv. Von der Kirchstrasse und der Dorfstrasse gelangt man künftig auf beiden Seiten der Gleise zu den Perrons. Diese sind durch eine neue Unterführung verbunden. Die Unterführung wird nun 7 Meter breit werden und heller. Das bestehende Bahnhofsgebäude aus der Gründerzeit der Bahn bleibt erhalten. «Die neuen Zugänge, wie die Unterführung und ein Lift, sorgen für mehr Komfort für unsere Kunden», freut sich Habegger. Neu wird es parallel zum Trottoir eine überdachte Fussgängerpasserelle geben. Auf die Frage eines Journalisten: «Ist die Anlage nicht zu grosszügig geplant?» antwortet der Projektleiter: «Wir haben Auflagen vom Kanton, was die Verteilung der Menschenströme bei Grossanlässen wie dem Gurtenfestival angeht. Diese erfüllen wir mit den beiden Aussenperrons. Mit nur einem mittleren wie bisher könnte man die Sicherheit bei grossem Andrang nicht gewährleisten. Auch die Passarelle trägt dazu bei, dass die Fussgänger sicher zur anderen Seite gelangen.» Bis nächsten Sommer werden die Reisenden noch auf dem provisorischen Perron auf dem alten Gleis 1 ein- und aussteigen. Danach wird Gleis 3 an der Stützmauer ausser Betrieb genommen, sodass diese zurückgebaut und etwas zurückversetzt neu aufgebaut werden kann. Somit kann das neue Perron breiter werden. Der Rückbau dauert voraussichtlich bis Ende des Jahres, dann kann mit dem Neubau begonnen werden. Ab Sommer 2020 plant die BLS die von der Brücke aus gesehen rechte Seite des Bahnhofes umzubauen.

Die Arbeiten rund um die Stützmauer bezeichnet Habegger als sehr herausfordernd: «Wir müssen die Emissionen, die auf das neue Gebäude oberhalb wirken, im Griff haben. Daher wurde ein Beweissicherungskonzept erarbeitet. Mit voll automatischen Messpunkten können Erschütterungen und Setzungen auf das Gebäude zeitnah verfolgt werden.» Zur Sicherheit der Arbeiter wird eine 9 Meter hohe Schutzwand im Bereich des Mittelperrons errichtet.

Da die Bauarbeiten in einem dicht besiedelten Gebiet stattfinden, ist die BLS bestrebt, die Lärm­emissionen so zu steuern, dass nicht allzu oft in der Nacht oder zu später Stunde gearbeitet wird. Aus diesem Grund wird die Strecke zwischen Bern-Weis­senbühl und Belp vom 27. Juli bis zum 11. August gesperrt. In dieser Zeit verkehren Ersatzbusse, wie es schon jetzt häufig spätabends der Fall ist. «Durch die Sperre können wir Arbeiten bündeln, die normalerweise aus sicherheitstechnischen Gründen immer in der Nacht stattfinden müssen, wenn kein Betrieb ist: zwischen 1 und 5 Uhr. Da diese auch sehr lärmintensiv sind, wäre das kein Zustand für die Anwohner», erläutert der Projektleiter.

Weitere Bauarbeiten, die mit einer Sperre verbunden sind, gibt es auch in Richtung Schwarzenburg. Vom 8. bis zum 28. Juli verkehren zwischen Köniz und Schwarzenburg Bahnersatzbusse. Während der Streckensperre ersetzt die BLS Gleise, Schwellen und Schotter auf einer Länge von rund 1,5 km zwischen Haltestellen Schwarzwasserbrücke und Lanzenhäusern. Zusätzlich wird in dieser Zeit ein Bahnübergang in Schwarzenburg saniert.

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