Die bald 19-jährige Sportlerin aus Deutschland ist ehrgeizig. Die Vizeweltmeisterin zu sein, ist ein grosser Erfolg, doch sie möchte weiter internationale Wettkämpfe und Qualifikationen abräumen, und sollte Target Sprint olympisch werden, möchte sie auch dort punkten – und das für die Schweiz.
Trendsport Target Sprint
Beim Target Sprint werden dreimal 400-m-Runden im Sprint von zweimal fünf Klappscheiben-Schiessen im Abstand von 10 m unterbrochen. Der Mix aus Adrenalin während des Sprints und die konzentrierte Ruhe beim Schiessen spiegeln sich bei der jungen Vizemeisterin auch in ihrer Persönlichkeit wider. Die sonst eher ruhige Tessa, die sich beim Golf erholt und gut auf Partys verzichten kann, blüht bei ihrer Sportart auf und wird ganz kribbelig vor einem Wettkampf. «Vor dem Rennen bin ich in meiner eigenen Welt. Da muss man mich zweimal ansprechen, damit ich zuhöre.« So geht sie alleine einlaufen, am liebsten fernab vom Wettkampfort, um sich zu beruhigen. Tessa berichtet, dass jeder Wettkampf anders ist, denn man weiss nie, welche Wetterbedingungen oder sonstige Herausforderungen man zu erwarten hat. Bei Wind, Schnee oder hügeligem Untergrund ist das Schiessen besonders schwer. Das mache den Sport aber auch so interessant für Sie.
Leben in Deutschland, Punkten für die Schweiz
Einmal im Monat reist Tessa von Deutschland in die Schweiz zu ihren Teamkameraden. Ob das daran liegt, dass ihre Wurzeln in der Schweiz, besser gesagt in Rüschegg, liegen, verneint Tessa. «Meine Oma ist von Rüschegg und als mein Opa aus Deutschland hier nach Arbeit suchte, lernte er meine Oma kennen. Oma hat uns Rüschegg mehrmals gezeigt, es ist schön hier und ich freue mich jeden Monat wieder, in die Schweiz reisen zu dürfen, doch ist es schon der Umgang im Team, das Miteinander, was mich im Sport an die Schweiz bindet.», erklärt Tessa. Obwohl Target Sprint in der Schweiz noch nicht so lange etabliert ist wie in Deutschland, so spürt sie hier einen grösseren Gemeinschaftssinn als in ihrem alten Team. Der Support untereinander, das füreinander da sein und sich gegenseitige Erfolge gönnen haben Tessa imponiert, sodass sie die lange Reise in die Schweiz gerne in Kauf nimmt.
Erfolg dank Familie und Freunden
Wenn Tessa von Familie und Freunden erzählt, kommt sie ins Schwärmen. Schliesslich ist die Vizeweltmeisterin auch dank ihrer Familie auf die Sportart aufmerksam geworden. Beim «Ostereierschiessen», bei dem so viele Ostereier mitgenommen werden dürfen, wie man schiesst, hat Tessa die Freude am Schiessen entdeckt und ihre Familie ihr Talent dazu. «Meinen Erfolg verdanke ich sicherlich auch meiner Familie, Freunden, und nicht zuletzt meinem Team und den Trainern.» Diesen Rückenwind hat ihren Erfolg erst möglich gemacht, so Tessa. Zwar ist es ein Einzelsport, doch ohne Unterstützung ging es nicht – schliesslich ist sie ihrer Sportart eng verschrieben und viele ihrer Freunde sind daher auch Teamkameraden. Fünfmal die Woche trainiert Tessa mit ihren Teamkameraden und wenn so viel Zeit miteinander verbracht wird, entstehen Freundschaften, die sie nicht missen möchte. Man merkt: Sport ist Tessas Leidenschaft, und es überrascht nicht, dass sie nach ihrem Abitur Sportwissenschaften studieren möchte. Ob sie dies in Deutschland oder in der Schweiz tun wird, ist ihr noch unklar, denn «Beides ist Heimat», so Dietrich.


