Wie nahe die Könizer am dritten Meistertitel vorbeischlitterten, kann an zwei Spielszenen aufgezeigt werden. Beim Stand von 2:1 für Köniz nahmen die Schiedsrichter einen Augenschein am Bildschirm, sahen sich die Szene mehrmals an und kamen schliesslich zum Schluss, der Ball habe die Linie nicht in vollem Umfang überschritten. Ein Zentimeter-Entscheid, der wohl spielentscheidend war und genauso fragwürdig blieb wie die Ausführung eines Wiler-Penaltys.
Zu locker angegangen?
Viel Pech kam zusammen, doch bei Floorball suchte man nicht nach Entschuldigungen. Jan Zaugg, einer der weltbesten Unihockeyspieler, sah auch andere Gründe: «Vielleicht waren wir zu nervös, aber im Hinterkopf möglicherweise doch der Meinung, es könne uns nichts passieren, weil wir bisher in entscheidenden Begegnungen immer unsere besten Leistungen zeigten. Deshalb gingen wir den Superfinal wohl zu locker an.»
Ein waschechter Könizer
Nach fünf erfolgreichen Jahren hat Cheftrainer Jyri Korsman Floorball Köniz verlassen. Nachfolger wird der 46-jährige Etienne Güngerich, ein Könizer Urgestein, das aus seiner langjährigen Tätigkeit im Unihockey den Verein und den Sport bestens kennt. Güngerich war unter anderem während Jahren Assistenztrainer bei Köniz. Einer seiner ehemaligen Cheftrainer ist «Mister Floorball Köniz», René Berliat, der überzeugt ist, dass der Verein eine gute Wahl getroffen hat. «Güngerich kennt den Verein, weiss, welche Werte wichtig sind, und hat sich viel Erfahrung angeeignet – ich bin sicher, dass es klappen wird.»
Güngerich freut sich über seine Wahl. «Seit Anfang der Neunzigerjahre war ich stets im Verein, zuerst als Junior, dann schon früh in verschiedenen Trainerfunktionen. Für mich gab es immer nur Köniz, ich fühle mich mit der Gemeinde verbunden und jetzt kann ich einen weiteren Schritt machen. Über all die Jahre durfte ich viele Leute kennenlernen, da ist es schwer vorstellbar, in einem anderen Verein tätig zu sein. Floorball Köniz ist für mich fast wie eine Familie.»