Es ist wahrlich ein Coup, den die sportliche Leitung des zweifachen Meisters, vierfachen Cup- und vierfachen Super-Cup-Siegers vor kurzem verkündet hat. Man stelle sich vor, Barcelonas Superstar Lamine Yamal spiele kommende Saison für die Young Boys, Connor McDavid von den Edmonton Oilers unterschriebe beim SCB oder Novak Djokovic spiele für den TC Köniz Interklub. Viele Leserinnen und Leser der Könizer Zeitung | Der Sensetaler mögen denken, da übertreibe wieder einmal ein Journalist, doch dem ist nicht so. Aaro Astala verkörpert absolute Weltspitze, ist im Unihockey der Mann, der in jedem Spiel die Differenz ausmachen kann, ein Superstar, der er zwar nicht sein will, der jedoch Spiele praktisch im Alleingang zu entscheiden vermag.
«Tervetuloa» – herzlich Willkommen
Auf die Kunststücke, die Astala auf das Unihockey-Rechteck zaubert, darf man sich in Köniz freuen. Der Mann, der an der vergangenen Weltmeisterschaft in Malmö ins All-Star-Team gewählt wurde, besitzt ausserordentliche spielerische Qualitäten. Kommt er aus halbrechter Position zum Abschluss, ist meist für den gegnerischen Torhüter nichts zu halten, so präzis sind seine Schüsse. In der finnischen Liga kommt er in der laufenden Saison in 24 Spielen auf 36 Punkte (25 Tore/11 Assists, Stand 5. Februar) und insgesamt 1,7 Punkte pro Spiel. Auch in der Nationalmannschaft von Suomi erreicht der links schiessende Astala einen Schnitt von nahezu einem Punkt pro Spiel, wobei neben seinen Goalgetter-Qualitäten im finnischen Nationalteam und bei seinem Verein, den Espoo Oilers, auch sein gutes Auge für die Mitspieler als eine der Stärken des 193 Zentimeter grossen Stürmers zählt.
«SISU»
Kampfgeist, Kraft, Ausdauer, Unnachgiebigkeit, Zähigkeit, Durchhaltevermögen, Beharrlichkeit, all das bedeutet «SISU». Dieses Wort hatten sich die finnischen Soldaten im Lapplandkrieg 1944 gegen die Deutschen auf die Fahne geschrieben. Unihockey ist zwar nicht Krieg, und doch ist die Hoffnung berechtigt, dass Astala auch eine Prise «SISU» im Team von Köniz Bern einbringen wird. Das benötigt das Team auf dem Weg zurück auf die Erfolgsstrasse.
Noch hat er zwar mit seinen Mitspielern nicht über «SISU» sprechen können, doch besteht kein Zweifel, dass er dies nach seiner Ankunft tun wird. Denn der Finne ist erfolgshungrig und nach Köniz gekommen, um Floorball Köniz Bern wieder dorthin zurückzuführen, wo es vor nicht allzu langer Zeit noch stand – an die Tabellenspitze.
Astala: «Der richtige Zeitpunkt»
«Ich möchte die Schweizer Liga kennenlernen und Spiele und Titel gewinnen. Ich glaube, dass persönliche Veränderungen an meinen Grundroutinen mir helfen, mich als Spieler und Mensch weiterzuentwickeln. Zudem möchte ich mein maximales Potenzial finden, weshalb ich nun einen Wechsel brauchte. Deshalb folgt nun dieser Schritt nach Köniz für mich genau zum richtigen Zeitpunkt», sagt der 28-Jährige.
Gross ist die Zufriedenheit auch bei Sportchef Heinz Zaugg, denn er weiss, dass es nicht selbstverständlich ist, wenn ein Klassespieler mit diesen Fähigkeiten einen Wechsel in die Schweiz vornimmt. Entsprechend freut er sich über diesen Transfercoup im Hinblick auf die kommende Saison: «Wir haben genau diesen Spielertyp gesucht. Er ist ein Vorbild für unsere jungen, hungrigen Spieler, bringt Leadership mit und will mit uns hohe Ziele erreichen. Zusammen mit seinen finnischen Landsleuten Miska Mäkinen (ebenfalls Weltmeister und im All-Star-Team in Malmö) und Rasmus Kainulainen, deren Verträge noch ein Jahr weiterlaufen, werden wir ein sehr starkes Ausländertrio haben.»