Tourismus mit Herz und Weitblick

Tourismus mit Herz und Weitblick

Von Crime Time über das seltene Instrument Schalmei bis zum Preis fürs Schienenvelo: Das alljährliche Apéro von Tourismus Region Laupen im Bauernmuseum Althuus in Ferenbalm hatte es in sich. Geschäftsmitglieder, Gönner und Interessierte kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und der Vergabe des Sympathiepreises 2026 beizuwohnen.

Es war ein Abend, an dem sich Altbekannte und Ortsansässige begegneten. Noch bevor der offizielle Teil begann, füllte sich der Raum mit Gesprächen. An einem Tisch erzählte ein Besucher seiner Sitznachbarin, dass die Frau gegenüber einst seine Klassenlehrerin gewesen sei. Solche Momente prägten die Atmosphäre des Abends des 20. Augusts.

Sanfter Tourismus als Leitidee
Nach der Begrüssung erinnerte Vereinspräsident Fabian Ursenbacher daran, wofür der Verein steht. Er betonte, dass die Region keinen Massentourismus anstrebe, sondern Angebote schaffen wolle, die die Landschaft respektieren und den Menschen Raum geben. Anschliessend übergab er das Wort an seine Kollegin Anja Ruprecht, die einen Rückblick auf die ersten Monate des Jahres gab.

Digitale Präsenz und neue Angebote
Ein zentraler Meilenstein war die Lancierung ihrer eigenen Webseite regionlaupen.ch im vergangenen Frühling. Sie bündelt Angebote aus der Region und ermöglicht Buchungen von Hotelaufenthalten und Aktivitäten. Ruprecht ermuntert die Besuchenden, dass sie auch weitere Angebote teilen sollen, die ebenfalls auf die Webseite aufgenommen werden können. Die Plattform soll wachsen und ein breites Spektrum abdecken.

In Kooperation mit der Neuen Regionalpolitik, die die Wertschöpfung in ländlichen Räumen im Mittelland stärken will, entstand zudem das erste eigene Produkt von Tourismus Region Laupen: die CrimeTime. Das interaktive Krimispiel führt mit dem Smartphone durch die Stadt Laupen und lässt Teilnehmende jederzeit in einen fiktiven Fall eintauchen.

Seit Juli ergänzt der Erlebnisweg Laupen das Angebot. Der Rundweg richtet sich besonders an Familien und lädt Kinder dazu ein, die Umgebung spielerisch zu erkunden. Geschichten begleiten den Weg, kleine Wichtel säumen die Strecke. Mitte August folgte die Wiedereröffnung des alten Römerwegs, dessen Tafeln erneuert und entlang der Route angebracht wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Velotourismus. Gemeinsam mit Bern Welcome arbeitet der Verein daran, Wege attraktiver zu gestalten und die Region für Sportlerinnen und Sportler sichtbarer zu machen. Ziel ist es, Besuchende länger in der Gegend zu halten und ihnen ein vielseitiges Erlebnis zu bieten.

Anerkennung und ein besonderer Moment
Im Anschluss wurde der Sympathiepreis 2026 verliehen. Er ging an das Schienenvelo der Sensetalbahn GmbH, das sich mit grossem Einsatz für den Erhalt und die Belebung der Region einsetzt. Die Aktivität führt auf der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Laupen und Gümmenen entlang, wo man auf einem Velo, das auf Schienen fährt, die Landschaft aus einer ungewohnten Perspektive erlebt. Die Strecke eignet sich für Familien, Gruppen und Ausflügler, die eine ruhige und zugleich besondere Form der Fortbewegung suchen.

Erich Scheidegger nahm den Preis entgegen: «Der Erhalt dieses Preises bedeutet uns viel und wir werden ihn in Ehren halten.» Seine Anekdote über eine Gruppe aus Basel, an die er sich besonders gut erinnert, sorgte für Staunen. Es war eine Gruppe, welche ein mittlerweile eher unbekanntes Instrument spielte: die Schalmei. Es ist ein altes schweizerisches Holzblasinstrument, das heute nur noch selten zu hören ist.

Ein Blick in die Geschichte
Zum Abschluss führte Roswitha Strothenke, Verantwortliche des Bauernmuseums, die Gäste gedanklich in die Vergangenheit des Hauses. Das Althuus wurde vor über 300 Jahren gebaut und ist seit 1970 ein Museum. Die Wohnräume und Ställe sind so eingerichtet, wie sie einst genutzt wurden. Sie geben Einblick in das bäuerliche Leben vergangener Zeiten.

Die Arbeit von Tourismus Region Laupen ist vielfältig und der Verein arbeitet engagiert daran, die Region zu stärken. Die Mischung aus Austausch, Musik, Anerkennung und Einblicken in die Geschichte machte den Abend zu einem inspirierenden Erlebnis. Die Region Laupen hat nicht nur viel zu bieten, sondern beherbergt auch Menschen, die sie mit Herz und Weitblick weiterentwickeln.

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