«Wir Pfadi wollen Sorge tragen zur Natur und allem Leben», so lautet der 6. Punkt im Pfadigesetz. Pfadiaktivitäten finden zu einem grossen Teil im Freien statt. Die Natur bietet Abwechslung zum Alltag und Raum für vielfältige körperliche Bewegung. Die Pfadi wollen die Natur nutzen, was aber auch eine Verpflichtung ist, sie zu schützen. In Absprache mit der Abteilung Umwelt und Landschaft der Gemeinde Köniz leisten die Falkensteiner Pfadi und Cora seit sechs Jahren im Sommerhalbjahr regelmässig kleinere und grössere Neophyten-Einsätze bei Fliessgewässern. Auf Wunsch der Münsterstiftung wirkt Falkenstein zudem seit 2022 beim Gurten-Steinbruch.
Ist eine erfolgreiche Bekämpfung von Neophyten möglich?
Die Wahl der geeigneten Bekämpfungsmethode für Neophyten hängt von mehreren Faktoren ab, so von der Art der invasiven Pflanze, ihrem Verbreitungsgrad, dem Standort und den verfügbaren Ressourcen. Oftmals ist eine Kombination verschiedener Methoden am erfolgreichsten. Die Bekämpfung muss regelmässig zum richtigen Zeitpunkt geschehen. Andernfalls wird sie zur Sisyphusarbeit, die trotz Anstrengungen und Bemühungen nie fertig ist: Der griechischen Sage nach war Sisyphus dazu verurteilt, einen Felsblock einen steilen und hohen Berg hinaufzurollen. Den Gipfel erreichte er allerdings nie, denn der Felsblock entglitt ihm immer im letzten Moment und rollte zurück ins Tal.
Einsätze der Pfadi – verblüffend gut
Die Pfadi wirken aktuell im Bereich des Scherli-, Schattig-, Chaltebrünne- und Dorfbachs sowie beim Steinbruch Gurten. Der Japanische Staudenknöterich ist bei der Bekämpfung besonders hartnäckig. Die Pflanze bildet tiefe unterirdische Rhizome, aus denen stets neue Triebe wachsen können. Ihre Wuchshöhe beträgt bis zu drei Metern. Sie ist zweihäusig, wobei in Europa nur weibliche Individuen vorkommen. Somit kommt es nicht zur Samenbildung. Wenn beim Ausgraben auch nur kleinste Rhizomteile im Boden verbleiben, entwickelt sich daraus eine neue Pflanze. Falkenstein bekämpft diesen invasiven Neophyten beim Scherlibach im Raum Sensematt und beim Gurten-Steinbruch. Die Ergebnisse sind verblüffend gut. Ganz anders sieht es beim Drüsigen Springkraut aus, welches beim Schattiggraben und Sänggiwald im Raum Schlatt sowie in der Sensematt stark verbreitet war. Es vermehrt sich durch Samen, die sich durch den Schleudermechanismus weiter ausbreiten. Die Hauptblütezeit ist im Juli, wenn die Pfadi im Lager sind und keine Neophyten-Einsätze leisten können. Vor drei Jahren standen die Verantwortlichen kurz davor, beim Schattiggraben aufzugeben. Die Lösung war, dass Neophyten-Supportleute seither zusätzlich Mäheinsätze leisten. Dort mussten deshalb 2026 nur drei Kurzeinsätze von einzelnen Personen gemacht werden. Die Resultate sind verblüffend gut, es darf jedoch in den nächsten Jahren nicht nachgelassen werden. Im Sänggiwald mit dem anspruchsvollen Chaltebrünnebach-Graben ist Falkenstein erst seit 2025 aktiv, sodass dort noch einige Jahre konsequent gearbeitet werden muss. Zusätzlich wird bei allen Einsatzorten auch das Einjährige Berufkraut ausgestochen.
Fast 8000 Einsatzstunden
Seit 2021 macht jede der fünf Pfadistufeneinheiten jährlich zwei Einsätze und die Cora drei bis fünf. Seither gab es 61 solche Samstagsaktivitäten. Zusammen mit den Kurz- und Mäheinsätzen der neunköpfigen Supportgruppe wurden 7950 Einsatzstunden geleistet.