Begegnungen statt Barrieren

Begegnungen statt Barrieren

Offene Arme statt Mahnfeuer: Seit 10 Jahren setzen sich Freiwillige für Begegnung mit und Unterstützung von Geflüchteten ein. Die Vereinspräsidentin erzählt.

«Das sind nicht wir», dachten sich Gabriela Waeber-Blanchard und viele weitere Senslerinnen und Sensler vor rund 10 Jahren, als ihr Bezirk schweizweit in die Schlagzeilen kam: Als Protest gegen das geplante Bundesasylzentrum Guglera gab es im Sensebezirk «Mahnfeuer», es wurden Begriffe wie «Ausländertsunami» benutzt, die Stimmung war aufgeheizt. «Dies machte uns betroffen», erzählt die Tafersnerin Waeber-Blanchard. Gemeinsam mit Gleichgesinnten war es ihr wichtig, der Schweiz zu zeigen: Es gibt auch Menschen im Sensebezirk, die Geflüchtete willkommen heissen. Aus dieser Betroffenheit entstand der Verein «Flüchtlinge Willkommen im Sensebezirk (FWiS)». Nach einem ersten Infotreffen wuchs die Gruppe rasch auf viele Engagierte an. In der Guglera führen sie seitdem regelmässige Abendspaziergänge, Spielabende, Kinderateliers und Kulturanlässe durch – alles in ehrenamtlicher Arbeit. Agnes Schafer etwa erteilt seit acht Jahren Deutschunterricht.
«Wenn das Unbekannte als Gefahr erscheint, hilft es viel, die Menschen dahinter kennenzulernen», beobachtete Waeber-Blanchard immer wieder. Gerade deshalb pflegt der Verein bewusst die Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Vereinen, etwa bei Konzerten. Dass die in der Guglera Untergebrachten meist nach wenigen Monaten weiterziehen, ist für die Vereinsmitglieder manchmal eine Herausforderung. Umso schöner sind die zahllosen herzlichen Begegnungen, die kulturelle und sprachliche Barrieren überwinden mögen.

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