Der KMU Köniz hat an seiner Hauptversammlung 2026 gleich zwei prägende Figuren verabschiedet. Präsident Beat Haari und Vorstandsmitglied Beat Schild. Neu übernimmt Tobias Meier das Steuer. Doch der Reihe nach: «Es sind einige hier», freut sich der Präsident Beat Haari zu Beginn. 83 Firmenvertreterinnen und -vertreter, um es buchhalterisch genau zu beziffern. Im Jahresbericht aber schlägt Haari ernstere Töne an. Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und fragile Lieferketten seien auch im lokalen Gewerbe spürbar. Gerade deshalb werde Regionalität wichtiger. Und auch die Gemeindewahlen seien für die KMU wichtig gewesen. Wirtschaftsfreundliche Bedingungen seien eben kein «Nice-to-have», sondern Voraussetzung für langfristigen Erfolg. Bei den Mitgliederzahlen zeigt sich ein Bild wie bei vielen Gewerbeverbänden: 16 Austritte standen 9 Neueintritten gegenüber. Konkurs, Geschäftsaufgaben oder Fusionen hätten zu einer «Bereinigung» geführt. Stabil bleibt der Verband dennoch: 256 Aktivmitglieder sowie 36 Frei- und Ehrenmitglieder zählt KMU Köniz aktuell. Die Vorstellung der Neumitglieder sorgt für einige heitere Momente. So wurde etwa die Engel Copera AG vorgestellt – geführt vom Sohn eines anwesenden Vorstandsmitglieds. «Er bekommt deshalb aber keine längere Redezeit», meint Haari augenzwinkernd. Ebenfalls neu dabei: eine SEO- und Webdesign-Spezialistin aus Gasel, eine Treuhandfirma, eine Metzgerei im Spiegel – deren Vertreter gerade am Arbeiten war – sowie ein Thai-Massage-Studio aus Wabern. Finanziell bleibt KMU Köniz solide. Die Jahresrechnung schliesst mit einem kleinen Gewinn von rund 1000 Franken ab, das Vereinsvermögen beträgt mittlerweile rund 124‘000 Franken. Emotional wird es bei den Rücktritten. Nach 16 Jahren Vorstandsarbeit verabschiedet sich Beat Schild. Haari würdigte ihn als verlässlichen Mitdenker mit Gespür fürs Wesentliche und grossem Einsatz fürs Gewerbe. Schild selbst bleibt bescheiden: «Es war eine schöne Zeit, wir konnten viel bewegen.» Anschliessend wird er unter grossem Applaus zum Ehrenmitglied ernannt. Doch damit ist die Ära der Beats noch nicht ganz zu Ende. Auch Präsident Beat Haari kündigt seinen Rücktritt an – nach insgesamt 15 Jahren im Vorstand und 8 Jahren als Präsident. Nicht alles sei gelungen, sagt er selbstkritisch. Besonders die abgesagte GEWA bleibe ein «Wermutstropfen». Dennoch überwiege das gemeinsam Erreichte. Ganz gehen wollte Haari allerdings erst, nachdem die Nachfolge geregelt war. Und die hatte offenbar längst System: Tobias Meier wurde erst vor Kurzem in den Vorstand geholt und direkt zum Vizepräsidenten gemacht. «Das hatte Plan», sagte Haari offen. Der neue Präsident nimmt die Wahl mit Demut an. «Ich trete in grosse Fussstapfen», meint Tobias Meier. Gleichzeitig zeigt er sich überzeugt, dass mit dem bestehenden Vorstand beste Voraussetzungen vorhanden seien, um die Zukunft zu bestreiten.