Ein Sturm im Verwaltungsglas

Ein Sturm im Verwaltungsglas

Der Gemeinderat will die Kompetenzen neu regeln und die Direktionen anders zuteilen. Ein Vorhaben, das auf Skepsis im Parlament stösst. Nicht unbedingt des Inhalts wegen, sondern aufgrund der Art und Weise.

Rückblende. In der letzten Legislatur sah der damalige Gemeinderat wenig Anlass, sich zu reorganisieren. Kurz nach den Wahlen aber lässt eine Medienmitteilung verlauten, dass dies nun angedacht sei. Woher der Sinneswandel? «Wir haben Optimierungen erkannt», erklärt Gemeindepräsidentin Tanja Bauer (SP) dem Parlament. Keine grosse Reorganisation, sondern eine Anpassung, bei der man keiner Direktionslogik folge, sondern einer Abteilungslogik, ganz ähnlich, wie es andere Gemeinden im Kanton Bern tun. Diesem Vorhaben folgt mit der SP auch die grösste Fraktion im Parlament. «Diese Änderungen ermöglichen eine Weiterentwicklung», sagt etwa Brigitte Rohrbach. «Die tatsächlichen Verbesserungen werden klein sein», vermutet David Müller (Grüne). Noch kritischer sieht es die GLP-EVP-Mitte-Fraktion. Sie fordert eine Rückweisung. «Es ist ein Halt auf halber Strecke, ohne dass fertig gedacht ist», stellt Sandra Röthlisberger (GLP) fest. Mehr noch stösst sie sich aber daran, dass das Parlament vom Vorhaben in den Medien erfahren hat. «Das stellt das Parlament vor vollendete Tatsachen», sagt auch Reto Zbinden (SVP). Doch SVP und GLP, EVP, die Mitte vermögen das Vorhaben nicht zu stoppen. Die Zuteilung erhält den parlamentarischen Zuspruch. Auch, weil die FDP sich überraschend auf die Seite der SP und der Grünen stellt. «Es ist nur eine Anpassung, das muss nicht schlecht sein», meint Mark Kobel (FDP). Die Änderung der Direktionen tritt per 1. Januar 2027 in Kraft. Welche dies genau sind, wird in einem Folgeartikel in dieser Zeitung noch genau beleuchtet werden.

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