«Jannis sieht abends, was er heute gemacht hat»

«Jannis sieht abends, was er heute gemacht hat»

Elektroinstallateure installieren, unterhalten und reparieren elektrische Anlagen. Sie arbeiten an Einrichtungen der Telekommunikation oder an Alarmanlagen, in der Energietechnik, an automatischen Steuerungen oder in der Audio- Video- und Eventtechnik. Gefragt sind Freude an hohen Ansprüchen und Lust auf Abwechslung.

«Der Beruf ist sehr vielseitig und wir sind täglich unter Leuten. Insbesondere bei der Privatkundschaft sind wir meistens gerne gesehen, weil wir Lösungen für ein Problem bieten können. Das ist ein schöner Aspekt unserer Arbeit.» Das sagt Marc Ammon, Mitinhaber der Elektrofirma Walther & Fankhauser in Wabern, welche die Ausbildung junger Menschen zu kompetenten Berufsleuten konsequent umsetzt. Rund ein Viertel der 26 Mitarbeitenden sind in der Ausbildung. Einer von ihnen ist Jannis Beyeler, Lehrling am Ende des dritten von vier Lehrjahren. Er ist glücklich über seine Berufswahl und überzeugt vom Beruf des Elektroinstallateurs: «Ich hatte während meiner Schulzeit in Belp einen Wochenjob in einer Elektrofirma, damals entschied ich mich für diesen Beruf. Ich habe mehrmals bei verschiedenen Firmen geschnuppert, auch hier bei Walther & Fankhauser.» Ihm gefällt die Vielseitigkeit, beispielsweise die Unterschiede zwischen der Arbeit in einem Rohbau oder den eher feinen Tätigkeiten im Bereich der Telekommunikation. 

Viel Wissen, viel Zukunft 

«Der Beruf erfüllt meine Vorstellungen, auch weil es ein sehr moderner Beruf ist. Die Elektronik wird immer wichtiger in unserem Leben und als Elektroinstallateur ist man bei dieser Entwicklung dabei.» Marc Ammon unterstreicht das zeitgemässe Berufsbild, auch im Zusammenhang mit dem angestrebten Ausstieg aus fossilen Energien und dem Einstieg in neue Technologien, beispielsweise Wärmepumpen oder Ladestationen für die E-Mobilität. Diese Entwicklung höre so schnell nicht auf, sagt der Geschäftsleiter, der Beruf sei sehr zukunftsorientiert und erfordere ständig ein höheres Wissen: «Wenn Jannis nach vier Jahren die Lehre abschliesst, hat er längst nicht alles gelernt. Ich auch nicht. Durch die ständigen Neuerungen ist der Lernprozess nie abgeschlossen, was den Beruf des Elektroinstallateurs enorm spannend macht.» Ähnliches gelte auch für die kürzere, 3-jährige Ausbildung zum Montage-Elektriker, schulisch weniger anspruchsvoll, jedoch mit der Möglichkeit, bei Interesse in einer zusätzlichen Lehre von zwei Jahren ebenfalls das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis zum Elektroinstallateur zu erwerben. 

Gesucht: Elektroinstallateurinnen

«Wir suchen Elektroinstallateur/in», ist auf der Webseite der Firma zu lesen; diese eine Zeile vereint zwei Erscheinungen: Es mangelt an Elektroinstallateuren auf dem Arbeitsmarkt und es mangelt an Frauen in diesem Beruf. «Dabei ist es ein grosses Bedürfnis der Branche», bekräftigt Marc Ammon die Bemühungen von Firmen und Verbänden, «dass mehr Frauen in unserem Beruf finden.» Weshalb es so gut wie keine Elektroinstallateurinnen gibt, wo es doch eine Bereicherung für alle wäre, kann auch er nicht erklären. Obschon der Trend leicht aufwärts zeige, bleibt für ihn die enttäuschende Erkenntnis, dass diesbezüglich bisher kein Durchbruch erzielt wurde. «Wir müssen generell mehr Nachwuchs in die Branche holen, dabei sind junge Frauen ein grosses Potenzial.»

Viele Optionen nach der Lehre

Das Gymnasium stelle eine gros-se Konkurrenz dar, umso wichtiger sei es, die Vorzüge des dualen Bildungssystems stärker hervorzuheben, damit gute Schülerinnen und Schüler vermehrt die Berufslehre wählen, denn: «Die Ausbildung zum Elektroinstallateur ist anspruchsvoll, die Lernenden werden schulisch stark gefordert.» Welchen Weg Jannis Beyeler nach seinem Lehrabschluss einschlagen wird, weiss er noch nicht; aber er weiss, dass er viele Optionen haben wird. Sei es die Erlangung der Berufsmaturität mit der Fachhochschule im Anschluss, sei es die Weiterbildung zum eidg. dipl. Elektroinstallateur. Auch die weitere Tätigkeit als Berufsmann ist für ihn eine Option, denn darin sieht er Vorteile wie die hohe Selbständigkeit, die er bereits jetzt als Lehrling schätzt. «In der Regel erfahre ich am Morgen in der Firma das Tagesprogramm, danach geht es mit dem nötigen Material zum Kunden oder zur Baustelle. So lernte ich schon früh, selbständig zu arbeiten.» Ammon wünscht sich möglichst viele Schülerinnen und Schüler zum Schnuppern in der Firma. Um ihnen zu zeigen, was Jannis Beyeler tagtäglich erlebt: «Er sieht am Abend, was er heute gemacht hat.»

INFO: www.wafa.ch

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