Am 25. April wurden in Tafers in einer feierlichen Zeremonie die neu gewählten Mitglieder der Gemeinderäte und Generalräte des Sensebezirks vereidigt. Bereits zwei Tage später fand die erste Gemeinderatssitzung mit den vier bisherigen und den fünf neu gewählten Gemeinderätinnen und Gemeinderäten statt.
Als eines der neuen Mitglieder des Gemeinderates bin ich seither intensiv damit beschäftigt, mich in die neuen Aufgaben einzuarbeiten, mich mit verschiedenen Personen auszutauschen und mir einen ersten Überblick zu verschaffen. Die leeren Stellen in der Agenda werden seltener, dafür werden die zu lesenden und zu beantwortenden E-Mails immer mehr.
Entschädigt werde ich bereits jetzt durch viele spannende Begegnungen und Einblicke. Es ist ein Privileg, die Entwicklung von Wünnewil-Flamatt aktiv mitgestalten zu können. Dabei lerne ich jeden Tag Neues. Ein Kind hat mich vor kurzem gefragt: «Kannst du jetzt alles befehlen?» Ganz so ist es ja nicht – und das ist auch gut so. Vielmehr geht es darum, im Dialog mit vielen verschiedenen Menschen und unter Berücksichtigung bestehender Rahmenbedingungen die bestmögliche Lösung zu finden und dafür mit guten Argumenten die nötige Unterstützung zu gewinnen.
Am Tag vor der ersten Gemeinderatssitzung wurde in unserer Gemeinde die Steuererhöhung abgelehnt. Dieser Entscheid, den ich mir, ganz offen gesagt, anders gewünscht hätte, prägt den Start in die neue Legislatur. Statt um die Umsetzung neuer Ideen dreht sich im Moment vieles um die Frage, was wir uns künftig leisten können und wollen und wo wir – wie von der Mehrheit der Abstimmenden gewünscht – Abstriche machen müssen. Ich bin froh zu sehen, dass bei den Personen, mit denen ich bereits gesprochen habe, das Verständnis für die finanzielle Lage vorhanden ist und gleichzeitig auch der Wille, sich trotz schwieriger Umstände für das Wohlergehen unserer Gemeinde und die hier lebenden Menschen einzusetzen. Das braucht das Zusammenspiel vieler Rädchen, manches Gespräch, sorgfältiges Abwägen – und natürlich auch Kompromisse.
Wir haben das Glück, in einer Gemeinde zu leben, in der sich sehr viele Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise für die Gemeinschaft engagieren. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass dieses Engagement gesehen, wertgeschätzt und auch weiterhin gepflegt wird. Gemeinschaft funktioniert dann am besten, wenn sich jede Person auch als Teil dieser Gemeinschaft versteht. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man sich einbringt und auch gehört fühlt.
Deshalb mein Aufruf an alle: Bringt euch ein, teilt eure Ideen mit, fragt nach, redet miteinander. Unsere Gemeinde ist das, was wir alle gemeinsam daraus machen.
Sarah Brügger, Gemeinderätin, Ressort Bildung, familienexterne Betreuung, Konservatorium, Blockflötenunterricht,
Wünnewil-Flamatt
Diese Kolumne erschien bereits als Editorial im Gemeindeblatt von Wünnewil-Flamatt