In verschiedenen Freiburger Gemeinden hat sich diesen Frühling ein bestimmtes Muster wiederholt: Auf wundersame Art und Weise verwandelte sich ein im Vorjahr budgetiertes Minus im Laufe des Rechnungsjahres in ein sattes Plus. So wies beispielsweise die Gemeinde Schmitten für 2025 einen Gewinn von 84’000 Franken aus, nachdem zuvor budgettechnisch ein Verlust von 324’000 Franken prognostiziert worden war. In Bösingen resultierte in der Jahresrechnung sogar ein Ertragsüberschuss von 1,7 Mio. Franken, budgetiert war ein Defizit von 1,2 Mio. Franken.
Fehleinschätzung auch in Ueberstorf
Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Bruno Riedo vermeldete eingangs der Gemeindeversammlung gutgelaunt einen «schönen Gewinn» von 971’563 Franken – ein wenig überraschend angesichts des erwarteten Defizits von 580’000 Franken. Der unverhoffte Ertragsüberschuss sei in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Einkommenssteuer-Einnahmen aus dem Vorjahr markant höher ausgefallen seien und man zudem rund 100’000 Franken beim Personalaufwand und 130’000 Franken beim Sach- und Betriebsaufwand eingespart habe. Alles in allem ein erfreuliches Resultat mit Blick darauf, dass 2024 die Steuern nicht erhöht, sondern um 2 % gesenkt worden seien, was die Steuersituation in Ueberstorf nachhaltig verbessert habe. Zudem seien die Transferkosten um 200’000 Franken tiefer ausgefallen – nicht zuletzt wegen der deutlich niedrigeren Kosten bei der Stiftung St. Wolfgang. Grössere Kostenüberschreitungen gegenüber dem Budget habe es keine gegeben. Und: 15,5 Mio. Franken Eigenkapital sei eine gute Zahl. Nach dem ausdrücklichen Dank an die Verwaltung für deren gute Arbeit richtete sich Liechtis Blick auf Ueberstorfs künftige Entwicklung: «Der Gemeinderat wird sich auch in Zukunft bemühen, dass die finanziellen Mittel haushälterisch eingesetzt werden.» Ohne weitere Fragen und Diskussionen genehmigte die Versammlung die Jahresrechnung 2025 einstimmig.
Stimmungsvolle Verabschiedungen
Nach all den Finanzkenn- und Eigenkapitalzahlen, Rückstellungen, Abschreibungen sowie Franken- und Investitionsbeträgen kam im Saal bei der Verabschiedung von drei zurücktretenden Ratsmitgliedern lockere Stimmung auf. Mit witzig kommentierten Schnappschüssen und Anekdoten würdigte Liechti die langjährige Arbeit von Bruno Riedo, Anne Buri Geissbühler und Diana Schmutz. Den Lacher des Abends erntete ein Foto vom gemeinderätlichen Besuch der St. Galler Publikumsmesse OLMA im Oktober 2022.