Teamgeist schlägt Ellenbogen

Teamgeist schlägt Ellenbogen

Seit 30 Jahren arbeitet er bei der Mobiliar. Heute führt Steven Geissbühler als Generalagent eine der erfolgreichsten Niederlassungen der Schweiz: die Generalagentur Bern-West. Über Beständigkeit, Teamgeist, die Kunst des Zuhörens – und warum Humor manchmal wichtiger ist als jede Strategie.

Manche Karrieren gleichen einer Weltreise. Andere einer Bergwanderung mit vielen Zwischenstationen. Und dann gibt es jene von Steven Geissbühler: eine Art lebenslange Liebesgeschichte mit der Mobiliar.

Von der Wiege bis zur Bahre

Angefangen hat alles in Laupen – mit einer Lehre. Während andere Gleichaltrige ihre Nächte in Bars oder Bibliotheken verbrachten, arbeitete Geissbühler bei Mobi24 im Nachtdienst, um Geld zu verdienen. Es folgten Stationen in Zürich, eine internationale Tätigkeit im Auftrag der Mobiliar, später die Verkaufsleitung in Neuenburg und seit 2015 steht er an der Spitze der Generalagentur Bern-West. Dass daraus eine Karriere für drei Jahrzehnte werden würde, war wohl nicht von Anfang an geplant. Bereut hat er es jedenfalls nie. «Von der Wiege bis zur Bahre – Mobiliare», sagt er lachend und bedient sich eines internen Firmenspruchs. Tatsächlich scheint er die Ausnahme zu bestätigen, die in seinem Fall zur Regel geworden ist: Es gibt Menschen, die bleiben ihr ganzes Berufsleben demselben Unternehmen treu. Und bei der Mobiliar passiert das erstaunlich oft.

Die Kultur des Miteinanders

Der Grund dafür steht für Geissbühler nicht in Hochglanz­broschüren oder ausgeklügelten Karriereprogrammen. Es ist vielmehr die Kultur. Der Genossenschaftsgedanke. Die Nähe zu den Menschen. Die Tatsache, dass jede Generalagentur als eigenständiges Unternehmen funktioniert und dadurch eine familiäre Atmosphäre entsteht. «Wir helfen im Schadenfall. Nicht mit dem Gedanken, wie wir etwas ablehnen können, sondern wie wir unterstützen können.» Diese Haltung gegenüber den Kundinnen und Kunden sei spürbar – und werde auch wahrgenommen. Die schönsten Momente seien oft die einfachsten: wenn Menschen dankbar zurückmelden, dass ihnen geholfen wurde. Dabei ist die Mobiliar in den vergangenen Jahren keineswegs stehen geblieben. Das Unternehmen wächst, modernisiert sich und gehört zu den erfolgreichsten Versicherern der Schweiz. Statt hektischer Richtungswechsel setzt man auf Kontinuität. «Bei uns gibt es keine strategischen Hauruckübungen», sagt Geissbühler. «Die Entwicklung erfolgt unaufgeregt.» Vielleicht ist genau dies das Geheimnis: Fortschritt ohne Nervosität.

Eine Prise Humor

Wer Geissbühler erlebt, merkt schnell, dass er gerne auf Menschen zugeht. Vor Publikum zu sprechen, sei ihm nie schwergefallen. Schon als Jugendlicher habe er keine Angst gehabt, vor anderen zu stehen. Natürlich sei das Selbstvertrauen mit den Jahren gewachsen. Ganz ohne Herausforderungen verlief der Weg nämlich nicht. Als junger Deutschschweizer in Neuenburg musste er sich zunächst zurechtfinden. «Da war ich durchaus unsicher.» Doch Erfolgserlebnisse und Erfahrung hätten ihren Teil dazu beigetragen, dies Schritt für Schritt zu verbessern. Heute wirkt er souverän. Vielleicht auch deshalb, weil er sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Humor ist für ihn kein nettes Extra, sondern Teil der Unternehmenskultur. «Wir lachen viel», sagt er. «Wenn ein Team es gut hat, wirkt sich das auf die Leistung aus.» Work hard, play hard – ernsthaft arbeiten und dabei die Freude nicht verlieren. Dieses Prinzip prägt auch seine Führungsarbeit. Die Zusammensetzung eines Teams sei entscheidend. Fachliche Fähigkeiten seien wichtig, genauso wichtig sei jedoch die Persönlichkeit. «Wir sind ein bisschen wie ein Sportverein», erklärt Geissbühler. Es gebe Ranglisten, Ziele und Ehrgeiz. Aber man unterstütze sich gegenseitig und gönne einander den Erfolg.

Es sportlich nehmen

Passend dazu zieht sich der Sport wie ein roter Faden durch seine Denkweise. Spitzenleistung im Sport und Unternehmertum hätten vieles gemeinsam: Durchhaltewillen, Biss und die Fähigkeit, Rückschläge zu verkraften.

Besonders beeindruckt ihn dabei nicht das Naturtalent, sondern der Mensch, der sich seinen Erfolg erarbeitet. «Oft sind die besten Berater jene, denen es nicht immer nur leichtgefallen ist. Sie mussten härter kämpfen.» Eine Überzeugung, die auch sein Verhältnis zur Ausbildung prägt. Die Lehre bezeichnet er ohne Zögern als die beste Ausbildung überhaupt. Verantwortung übernehmen, Fehler machen, daraus lernen – das seien Erfahrungen, die keine Vorlesung ersetzen könne.

«Das Leben ist wie eine Treppe», sagt er. «Man muss sich selbst nach oben führen.» Entsprechend stark engagiert sich die Generalagentur in der Ausbildung junger Menschen. Viele Mitarbeitende haben ihre Lehre bereits hier absolviert. Die Treue zum Unternehmen ist hoch. Während andere für Karrierechancen in die grossen Zentren ziehen, bleiben hier viele bewusst in der Region.

Neben dem Beruf meistert Geissbühler noch eine weitere anspruchsvolle Aufgabe: Er ist alleinerziehender Vater. Eine Herausforderung, wie er offen zugibt. Doch auch hier scheint ihm etwas zugutezukommen, das sich durch sein ganzes Leben zieht: Organisationstalent, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Nach drei Jahrzehnten bei der Mobiliar könnte man meinen, irgendwann sei alles gesagt. Doch wer ihm zuhört, gewinnt einen anderen Eindruck. Da spricht keiner, der bloss geblieben ist. Da spricht jemand, der angekommen ist. Und vielleicht ist genau das sein Erfolgsrezept: Er glaubt nicht an den schnellen Lift nach oben. Sondern daran, dass man Stockwerk für Stockwerk erklimmt – mit Einsatz, Bodenhaftung, Humor und einer grossen Portion Menschlichkeit.

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