Über zwei Ungeschlagene und andere Helden

Über zwei Ungeschlagene und andere Helden

Eidgenosse Adrian Walther verteidigt seinen Sieg aus dem Vorjahr. Doch zuvor schenkten die beiden bis dato ungeschlagenen Fabian Staudenmann und Michael Moser dem Publikum ein regelrechtes Schlussgang-Spektakel. Ein würdiger Schlusspunkt im Sägemehl für ein Fest, das hinter den Eidgenossen noch weitere Helden hervorbringt.

Es sind jene Geschichten, die nur ein Regionalfest anfangs der Saison schreiben kann. Hautnah am Sägemehlring bejubeln an die 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer jeden Sieg. Besonders jene der gastgebenden Schwarzenburger, der Sensler und der Wattenwiler, mit einem besonderen Herzen für die jungen Männer, die an diesem Sonntag im April für Aufsehen sorgen sollten. Heldengeschichten.

Loris Berger

Auf die Gefahr hin, dass mit einem solchen Artikel nie alle gefunden werden, sollen doch einige stellvertretend hier Eingang finden. Etwa jene des 20-jährigen Burgisteiners Loris Berger. Am Mittelländischen in Riggisberg (2024) hat er mit nur gerade 18 Jahren den ersten Kranz gemacht. In der Wislisau startet er furios in die Saison und belegt am Schluss hinter den Eidgenossen Walther, Staudenmann und Moser Rang vier. Dies, obwohl er sowohl Walther als auch Moser auf dem Notenblatt stehen hat. Beide Gänge verlor er zwar, doch die beiden mussten einigen Schweiss lassen, um den nur 1,73 m kleinen Berger auf den Rücken zu bringen. Alle anderen Gänge gewann der junge Schwinger jedoch souverän. Vor wenigen Wochen hätte er noch in dieser Zeitung ein Interview geben sollen und meinte nur: «Ich will erst noch ein paar Kränze gewinnen und mir dies verdienen.» So wie Berger aufschwingt, dürfte das nicht mehr lange dauern.

Nicolas Zimmermann

Im Schatten der grossen Leaderfiguren aus dem Schwingklub Schwarzenburg, Fabian Staudenmann und Michael Ledermann (der nach wie vor verletzt ist und voraussichtlich erst im Sommer wieder antreten kann), steht seit geraumer Zeit der Riggisberger Nicolas Zimmermann. In Plaffeien eröffnete er noch mit einem starken fünften Rang, nun ist es punktgleich mit Berger bereits Rang vier. Und das ist alles andere als selbstverständlich, denn auch Zimmermann hatte zwei Eidgenossen auf dem Notenblatt. Einer davon ausgerechnet Klubkollege Staudenmann, den er im dritten Gang vor dem Mittagessen serviert bekam. Doch Zimmermann versteckt sich nicht etwa, sondern greift an und zwingt den Gewinner der Jahreswertung 2025 zu Höchstleistungen. Dennoch muss er sich geschlagen geben. Aber nur von Staudenmann und Moser; die anderen vier Gänge gewinnt Zimmermann in beeindruckender Manier.

Leon Pellet

Die Sensler Hoffnungen ruhen schon früh im Geschehen auf einem bekannten Namen: Leon Pellet, Sohn des legendären Hans-Peter Pellet. Unverkennbar der Sohn. Nicht nur wegen seines blonden Schopfs und seiner überschaubaren Körpergrösse (gleiche Grösse wie Loris Berger), sondern auch, weil der 19-jährige Pellet ein Spektakelschwinger ist. Mit Severin Schwander und Fabian Staudenmann bekam auch er zwei Eidgenossen auf das Notenblatt – gleich nacheinander. Seine einzigen Niederlagen. Pellet verbessert sich gegenüber seinem Auftritt in Plaffeien ebenfalls. «Gebt ihm noch ein, zwei Jahre Zeit, dann startet der durch», sagen die Sensler am Tisch überzeugt und voller Vorfreude. Rang neun heisst es am Schluss für ihn.

Tobias Lauper

Auf dem gleichen Rang landet am Schluss auch der Oberbalmer Tobias Lauper. Um ein Haar hätte es noch viel weiter nach vorne gereicht. Der gestellte sechste Gang verhinderte dies. Lauper musste mit Moser und Walther ebenfalls gegen zwei Eidgenossen antreten und verdiente sich in diesen Gängen viele Achtungserfolge. Wie Pellet gehört auch er jener jungen Schwingergeneration an, die keck auftritt, angreift und sich keine Sekunde versteckt. Mehr noch, er animiert seine Gegner regelrecht, mitzuschwingen.

Die Ungeschlagenen

Es gäbe noch viele weitere Heldengeschichten, wie jene vom 20-jährigen Joel Blatter aus Oberbütschel als bester Nichtkranzer auf Rang acht oder dem stark aufschwingenden jüngeren Bruder von Adrian Walther, Reto Walther, doch die Saison ist ja noch jung und viele Zeilen dürfen noch geschrieben werden. Deshalb nochmals zurück zu den grossen Namen: Moser und Staudenmann sind als Ungeschlagene der Saison angereist und verlassen auch die Wislisau ohne Niederlage. Im Startgang und im Schlussgang greifen die beiden Berner Helden zusammen und stellen ihren Kampf. Das Publikum wird mit kraftvollen Kämpfen belohnt. Doch von diesen zwei Gestellten profitiert Adrian Walther. Er musste sich zwar im fünften Gang von Fabian Staudenmann geschlagen geben, blieb aber ansonsten makellos. Der gestellte Schlussgang machte ihn zum lachenden Dritten, der am Schluss obenauf schwang und den Titel am Wislisau-Schwinget verteidigte. «Er ist ja eigentlich auch ein halber Schwarzenburger», meinten einige aus dem Publikum zufrieden. Walther geniesst in den Gantrischhügeln viele Sympathien, das ist klar.

Die Saison ist lanciert mit stark aufschwingenden Schwarzenburgern, vielversprechenden Talenten aus dem Sensebezirk und einem Wattenwiler Newcomer. Das Wislisau-Schwinget schreibt ein Kapitel über Ungeschlagene und neue Helden.

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