«Wissen Sie, der Gurten gehört auch ein bisschen mir. Am und mit dem Hausberg von Bern bin ich aufgewachsen und stark verwurzelt – ebenso mit dem Schwingsport», verrät Ueli Studer zufrieden.
Bei seiner Familie sei das Thema Schwingen seit Generationen Tradition. Er selber habe diesen Sport früher ausgeübt. Bis in die Kränze jedoch, so wie sein Bruder, habe er es nie geschafft. Schwingen ist für den Gemeindepräsident von Köniz eine reine Herzensangelegenheit.
Zuverlässige Crew
Schon im Jahr 2010, beim Mittelländischen Schwingfest auf dem Gurten, leitete Ueli Studer das OK. Auch beim Kantonalen Schwingfest in Niederscherli 2013 war er als OK-Präsident am Steuer. Bei dieser Aufgabe leitet und koordiniert Studer die OK-Sitzungen, vernetzt Menschen und ist verantwortlich für eine termingerechte Umsetzung. Mit ihm im OK tätig ist sein Vizepräsident, der verantwortlich ist für zirka 600 Helferinnen und Helfer, sein Sekretariat, das Beschlüsse in Protokollen festhält und viele andere Aufgaben meistert, sowie weitere in verschiedenen Ressorts Tätige. Auf seine Crew könne er sich verlassen, sie seien ein eingespieltes Team, sagt Ueli Studer.
Um im OK mitzuwirken, brauche es eine hohe Affinität zum Schwingen und zu dessen Herkunft. Ein «Gspüri» für den Sport und die Sportler brauche es, genauso wie für das Publikum – «einfach für den Rahmen, in dem sich das Schwingest bewegt.»
Er könne ruhig auf den kommenden Anlass schauen. Ein Kribbeln sei jedoch immer da, das sei klar. Ueli Studers grösste Herausforderung für ein gutes Gelingen des Anlasses ist der ganze Ablauf der Gastronomie, die gesamte Logistik. Denn auf dem Gurten müsse alles mitgebracht werden: vom Stuhl über den Kochherd bis hin zum Teller. Das sei eine grosse Aufgabe. Und schlussendlich sei das Wetterglück trotz allem mitbestimmend.
Einander mit Freude begegnen
Schwingen sei längst nicht mehr der Sport, für welchen er oftmals gehalten würde. Früher war es ganz klar der Sport der Bauern in den Bergen. Heute habe sich Schwingen zum Schweizer Traditionssport entwickelt. Bauern genauso wie alle anderen Berufsgruppen seien heute damit verwurzelt.
Was wesentlich dazu beiträgt, dass Stadt und Land näher zusammenkommen. Das Publikum werde zudem jünger und weiblicher. Medien reagieren ebenfalls gut auf das Thema Schwingen. Und genau das sei Ueli Studers Ziel. Stadt und Land noch näher zusammenzubringen und gegenseitiges Verständnis zu wecken. Dafür eignet sich der Gurten als Austragungsort bestens. Das Bergfest, nahe der Stadt.
Die Tradition sei dem Schwingen jedoch geblieben. Das «Jodlerchörli» genauso wie die Alphornbläser gehören einfach dazu. Für wenig Eintrittsgeld trifft man sich am Schwingfest und geht abends zufrieden nach Hause. Securitas genüge, ein Schwingfest braucht keine zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen durch Polizisten. Das sei faszinierend, gleichzeitig aber auch frustrierend. Als politisch denkender Mensch fragt sich Ueli Studer, warum das nicht auch an anderen Anlässen möglich sei. Frühmorgens werde in der Arena bereits «gefachsimpelt». Der erste Gang werde nicht verpasst. Diese friedliche Atmosphäre gefällt Ueli Studer.
Zum Thema Doping äussert er sich so: «Die Athleten werden, wie alle anderen Sportler, getestet. Doping ist jedoch im Schwingsport kein grosses Thema.» Man gebe sich hier die Hand und sage «Sälü». «Ein respektvoller Umgang mit- und untereinander. Einfach schön.» Im Publikum werde auch nie gepfiffen, das sei sozusagen tabu.
Schön, dass die Tradition «Schwingen» in einem gewissen Sinn wie bisher weiterlebt, sich aber von den Athleten sowie vom Publikum her etabliert hat. Schön, dass Stadt und Land immer näher zusammenfinden. Freuen wir uns auf ein weiteres gelungenes und friedliches Mittelländisches Schwingfest auf dem Gurten, der Heimat von Ueli Studer. Eines ist ihm noch wichtig zu erwähnen: «Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen des Schwingfests auf dem Gurten beitragen und diesen Anlass unterstützen.»