Die Entwicklung der Zukunft als Strategie

Die Entwicklung der Zukunft als Strategie

Es ist in den Medien rund um die Schweizer Wirtschaft immer wieder von (un)freundlichen Übernahmen die Rede. Dieser Umstand ist durchaus mit dem Flughafen Zürich-Kloten zu vergleichen: Kommt es zu einem Zwischenfall, sind die grossen Buchstaben auf den Titelseiten garantiert. Keine Aufmerksamkeit erhalten hingegen jene unzähligen Flüge, bei denen alles normal verläuft, weil Alltag. Zu vergleichen mit erfolgreichen KMU hierzulande. Wie die André Ramseyer AG.

Die André Ramseyer AG in Flamatt ist so eine «stille Schafferin». Sie macht kein Tamtam rund um ihre Produkte, die Spezialisten jedoch sehr gut kennen. Und schätzen. Bleibt also die Frage: Was produzieren die Flamatter eigentlich?

Keine Soloshow
Dampf. Gase. Flüssigkeiten. Für diese komplexen Ablaufprozesse benötigt man die Sicherheit – die Garantie –, dass sie im industriellen Alltag stabil für Mensch und Umwelt betrieben werden können. Dazu braucht es Sicherheits- und Prozessarmaturen, wie sie eben im Sortiment in Flamatt verfügbar sind. Nachhaltig. Ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Auf der einen Seite werden diese Kriterien durch die eigenen Produktspezialisten sichergestellt, andererseits in Zusammenarbeit mit Partnern wie den deutschen Unternehmen Leser, Protego oder Herose, führende Hersteller von Armaturen für Sicherheitsanwendungen aller Art. Doch genug der technischen Angaben, diese Zeitung ist ja keine Fachzeitschrift, weshalb wir uns dem Neubau zuwenden, sinnigerweise mit dem Projekttitel «Neuwerk».

Bauen am offenen Herzen
Mit dem Bauen in der Schweiz ist das so eine Sache. Hindernisse noch und noch. Im Freiburgischen – das hört man immer wieder – sieht das ein bisschen anders aus. Ramseyer-Geschäftsführer Beat Geissmann bestätigt: «Die Unterstützung durch Gemeinde und Kanton während des ganzen Baubewilligungsverfahrens war wirklich positiv, unser Dialog immer konstruktiv und lösungsorientiert. Offene Fragen wurden ausdiskutiert, damit der Bewilligungsprozess reibungslos vorangebracht werden konnte.»

Der Bauplatz befindet sich zwischen dem bestehenden Gebäude – es bleibt während der ganzen Bauphase in Betrieb –, dem Autobahnanschluss, einem öffentlichen Fussweg sowie dem (eingedolten) Kostrainbach. Vor diesem Hintergrund bestand die zentrale planerische Herausforderung darin, ein in der Nutzung optimiertes Bauwerk zu entwickeln. Ebenso anspruchsvoll: Der Neubau soll nicht als Fremdkörper in der Umgebung auffallen, sondern sich architektonisch einfügen.

Weitsichtige Planung
Beat Geissmann: «Die Realisation des neuen Betriebsgebäudes gibt uns die Möglichkeit, unsere heute bestehenden Prozesse anzupassen und auf die Zukunft auszurichten.» Will heissen: Bis zur Fertigstellung von «Neuwerk» hat man bereits heute ambitionierte Vorstellungen künftiger Abläufe. «Sie sind sozusagen Spielwiese für den Neubau, einzig auf die Zukunft ausgerichtet.» Wie sieht es in Bezug auf die Anzahl der Arbeitsplätze aus? Aufgrund des angestrebten Wachstums gehen die Verantwortlichen bis 2033 von einem Zuwachs von gegen 50 % aus, verglichen mit 2024. Der Zuwachs ist gleichermassen bei Mitarbeitenden mit Büroarbeitsplätzen als auch im Betrieb gültig. Nicht zu vergessen: Die André Ramseyer AG ist kein «08/15»-Unternehmen. In Flamatt braucht es vor allem im Technikbereich Spezialisten, die erst noch an die spezifische Marke «Made by Ramseyer» herangeführt werden müssen.

Fest für die Öffentlichkeit
Nach Inbetriebnahme des neuen Betriebsgebäudes wird die bisher benutzte Liegenschaft zurückgebaut und als strategische Land- und Wachstumsreserve behalten, langfristig für 2040 – und darüber hinaus. Die Kosten für den Neubau sowie den Rückbau belaufen sich auf budgetierte 16 Mio. Franken. Die Einweihung beider vollendeter Bauarbeiten ist «frühestens für Frühjahr, eventuell Sommer 2028» vorgesehen, wie Beat Geissmann verrät. Dannzumal wird es ein passendes Einweihungsfest auch für die Bevölkerung geben.

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