Ein winziger Zentimeter fehlte zum Triple

Ein winziger Zentimeter fehlte zum Triple

Mit dem Ziel, nach Supercup und Cup auch den Meisterbecher nach Köniz zu holen und das Triple zu realisieren, reiste das Floorball-Team in die stimo Arena nach Kloten, wo normalerweise nicht mit einem Ball, sondern einem Puck gespielt wird.

Im letzten Spiel von Goalie Patrick Eder – er hat seine Karriere beendet – wollten seine Mitspieler ihrem jahrelangen Stimmungsmacher in Form eines dritten Meistertitels ein besonderes Geschenk machen. Indes, es wurde nichts daraus. Zweimal lagen die Könizer im Superfinal gegen den Dauerrivalen SV Wiler-Ersigen in Führung, auch im Penaltyschiessen traf Yann Ruh als Erster. Einmal, beim Stand von 2:1, nahmen die Schiedsrichter einen Augenschein am Bildschirm, sahen sich die Szene mehrmals an und kamen schliesslich zum Schluss, der Ball habe die Linie nicht in vollem Umfang überschritten. Ein Zentimeter-Entscheid, der wohl spielentscheidend war und genauso fragwürdig blieb wie die irreguläre Ausführung eines Wiler-Penaltys. Viel Pech kam zusammen, doch bei Floorball suchte man nicht nach Entschuldigungen, sondern machte andere Gründe ausfindig, dass letztlich nichts aus dem Triple wurde. Starstürmer Jan Zaugg, der zu den weltbesten Unihockey-Spielern zählt, vertrat die Meinung, «dass wir vielleicht zu nervös, aber doch der Überzeugung waren, es könne uns nichts passieren, weil wir bisher in entscheidenden Begegnungen immer unsere besten Leistungen zeigten. Deshalb gingen wir den Superfinal wohl zu locker an.»

Von der Taktik bestimmt

Die Begegnung kam lange Zeit nicht so richtig in Fahrt, weil sowohl Köniz als auch Wiler im Wissen um die Stärken des Gegners keine Risiken eingehen wollten. Heinz Zaugg, Leiter Leistungssport und Chef Nachwuchs bei Floorball Köniz, denkt in der Rückblende mit etwas Distanz, dass das Spiel vorwiegend von der Taktik bestimmt wurde. «Die Teams kennen sich bestens, jeder Coach weiss, wie der Gegner spielt und deshalb waren die taktischen Fesseln auch eng und das führte unsererseits zu einer gewissen Passivität. Mit etwas mehr Mut wäre ein Sieg möglich gewesen, doch der Respekt vor Wiler war zu gross. Unsere Spieler wussten, dass es galt, Fehler zu vermeiden und das Risiko tief zu halten.» Trotz der Enttäuschung zum Abschluss darf nicht vergessen werden, dass das Team des scheidenden Trainers Jyri Korsman eine glanzvolle Saison hinlegte, der nur die Kirsche auf der Sahne fehlte. Nach Siegen im Supercup und im Cup wäre der Meistertitel das Tüpfchen auf dem i gewesen, allein – es sollte nicht sein.

Zwei Titel im Nachwuchs

Dass Floorball Köniz nicht bange um die Zukunft sein muss, beweist ein Blick in die Nachwuchsabteilung, schon immer ein Glanzstück im Verein. Gleich zwei Teams holten sich den Titel, wobei vor allem die U16 eine unglaubliche Serie hinlegte. 31 Spiele bestritt die Mannschaft in dieser Saison und gewann jede Partie, auch im Playoff-Final setzten sich die 16-Jährigen ohne Umweg durch. Den Meisterpokal in die Höhe stemmen durften auch die Spieler der U18. Im Final bezwangen sie ohne Niederlage ausgerechnet den SV Wiler-Ersigen, der bei den «Grossen» Köniz vor der Sonne stand.

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Die Kader-Mutationen

Zuzüge

Tim Kramer, Torhüter, Jahrgang 1995. Kommt vom SV Wiler-Ersigen. Er spielte bereits als Junior während zwei Saisons für Floorball und gilt als einer der besten Goalies der Liga.

Noël Siegenthaler stösst vom Floorball-Nachwuchs ins Fanionteam. Der 20-jährige Verteidiger hat sich den Aufstieg mit guten Leistungen erarbeitet.

Janis Schwarz kehrt zu Floorball Köniz zurück. Der Goalie (Jahrgang 2002) holte sich in der abgelaufenen Saison bei Floorball wichtige Erfahrung.

Etienne Güngerich wird Floorball als neuer Head-Coach trainieren.

Vertragsverlängerungen

Samuel Poffet (Jahrgang 2001) und Leon Tringaniello (Jahrgang 2002), beide seit zwei Jahren in der ersten Mannschaft, haben ihre Verträge langfristig verlängert.

Yann Ruh (Jahrgang 1998) wird nächstes Jahr seine sechste Saison als Verteidiger bestreiten. Er steht auf dem Sprung in die A-Nationalmannschaft.

Pascal Michel (1999), Cedric Haldemann (1999), Tim Aebersold (1994) und Mike Gerber (2003) haben ihre Verträge ebenfalls verlängert.

Abgänge

Goalie Patrick Eder, 50-facher Nationalspieler, hat seine Karriere beendet. Er hinterlässt als Goalie, Vorbild und Mensch eine grosse Lücke.

Stefan Hutzli will seine Karriere im Ausland fortsetzen. Floorball verliert mit dem Nationalspieler einen hervorragenden Stürmer und Goalgetter, der grossen Anteil an den jüngsten Erfolgen der Könizer besitzt.

Daniel Münger, bisher Goalie Nummer 2, verlässt den Verein. Er sucht einen Klub, bei dem er mehr Einsatzzeiten erhält.

Trainer Jyri Korsman wechselt zu Växjö Vipers in die Svenska Superligan.

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