Auf die Frage, seit wann das Spital Riggisberg zur Insel Gruppe gehört, muss Michèle Monnard einen Moment überlegen. Solches steht für sie nicht im Vordergrund. Viel lieber spricht sie über die Vorzüge des Spitals mit seinen familiären Verhältnissen und dessen Wichtigkeit für das Dorf und die Region, von der hohen Motivation der Mitarbeitenden oder von den unkomplizierten, kurzen Wegen, was alles dem Wohl der Patientinnen und Patienten diene. Und dass sie dazu einen Teil beitragen darf, weil dies alles mit ihren Verantwortlichkeiten zu tun hat. «Man kommt zu mir, wenn irgendetwas ist», sagt sie. Das hat nichts mit Überheblichkeit, aber viel mit ihrem Wesen zu tun. Denn Michèle Monnard hat gerne für alle und alles ein offenes Ohr. «Ich bin dankbar für das, was ich hier machen kann, es stimmt für mich.» Auch seien ihre Ausbildungen und bisherigen beruflichen Tätigkeiten, also die Kombination der Kenntnisse aus Betriebswirtschaft und Gesundheitswesen, eine ideale Basis zur Erfüllung ihrer Aufgaben.
Das Gesicht des Spitals
«Eigentlich ist meine Hauptaufgabe die Vernetzung», sagt sie. Das betrifft das Spital selbst, wo der interdisziplinäre Austausch ein täglicher Prozess ist. Die Vernetzung über den Standort hinaus gehört ebenfalls zu ihrem Pflichtenheft, sei es innerhalb der Insel Gruppe, sei es gegenüber der Gemeinde oder Organisationen mit einem Bezug zum Spital. «Es ist schon so, dass ich so etwas wie das Gesicht des Standortes bin. Und es gehört dazu, dass ich für diesen Standort hinstehe.» Das Spital, betont Monnard ausdrücklich, könne jedoch nur dank einer sehr guten Teamarbeit funktionieren. Wobei sie ihren Anteil daran relativiert. Beispielsweise dadurch, dass sie zwar für vieles verantwortlich sei, aber doch nicht für alles; so liegen beispielsweise die betriebswirtschaftlichen Zahlen nicht in ihrer alleinigen Verantwortung.
Synergien durch die Insel
Das gibt ihr mehr Raum, über ihre Umgebung und die Gemeinde hinaus auf die Vorzüge des Spitals Riggisberg aufmerksam zu machen; was sie denn auch mit Überzeugungskraft tut: «Wir haben ein sehr breites Angebot. Neben der Akutmedizin verfügen wir über einen permanenten Notfalldienst. Zum stationären Angebot gehören die Bereiche Chirurgie, Innere Medizin und Neurorehabilitation.» Wobei gerade letztere in allen Belangen eine komplett andere Disziplin sei, auch deshalb, weil der Aufenthalt für die Betroffenen drei Wochen oder länger dauern könne. Daneben gibt es eine Vielfalt an Spezialsprechstunden. Das bringt mit sich, dass Patientinnen und Patienten im Spital von spezialisierten Ärztinnen und Ärzten betreut werden. «Das ist ein schöner und wichtiger Teil der Zusammenarbeit mit der Insel Gruppe; weil dadurch Synergien entstehen, ohne die ein so grosses Angebot für uns nicht möglich wäre.»
Das Optimum als Ziel
Es ist kein Geheimnis, dass die Insel Gruppe, zu der das Spital seit 2016 gehört, Kosten reduzieren muss. Davon ist auch Riggisberg betroffen. Die Standortleiterin weiss das und macht sich intensiv Gedanken darüber, was man in Riggisberg dazu beitragen kann. Ohne dass die positiven Aspekte darunter leiden, beispielsweise die Wichtigkeit für die Region nicht nur als Gesundheitsversorger, sondern auch als grosser Arbeitgeber für rund 270 Mitarbeitende und einem breiten Spektrum an Ausbildungsplätzen. «Unsere schöne Lage kann jedoch wegen dem langen Arbeitsweg auch nachteilig sein, vor allem bei der Suche nach Mitarbeitenden.» Dafür hat sie Verständnis; aber der Umstand, dass das Spital vorhandene Bedürfnisse aus der Bevölkerung nicht abdecken kann, stört sie, da steckt einfach zu viel Herzblut in ihr. Sie möchte mehr statt weniger anbieten; beispielsweise strebt sie eine bessere Auslastung des Operationssaals an, was allerdings innerhalb der gesetzlichen Vorgaben mit den Leistungsaufträgen nicht so einfach realisierbar sei. Natürlich wäre ihr willkommen, wenn das Spital vermehrt eigene Ideen umsetzen könnte; was jedoch nichts an der Grundhaltung von Michèle Monnard ändert: «Unsere Perspektiven sind dann am besten, wenn wir innerhalb des vorgegebenen Rahmens das Optimum herausholen.»