Je Jünger, desto Schwarzenburg

Je Jünger, desto Schwarzenburg

Fünf Ringe. Sie zeugen von einem grossen Fest mit vielen Kämpfen. So wie im Wankdorfstadion zum Beispiel. Und … in Mamishaus. Es braucht alle helfenden Hände, wenn der Schwingnachwuchs aus dem Kanton Bern und dem Sensebezirk gegeneinander antritt. Ausschau nach den grossen Namen von morgen und den Werten von heute.

Ein weites Rund vor der malerischen Kulisse des Innerdorfs. Die Familien Riesen und Bigler haben einen Tag zuvor schon zum 30. Mal den 1.-August-Brunch mit über 1000 Personen durchgeführt. Einen Tag später steht die ganze Infrastruktur dem Nachwuchs-Schwingtross zur Verfügung. Der Gastgeber, der Schwingklub Schwarzenburg, kann so Nachwuchs, Eltern und andere Zuschauende mit einem rundum gelungenen Schwingfest belohnen.$

Prominenter Platz
Alle waren sie involviert. Da beim Gabentempel etwa die Eltern von Nicolas Zimmermann, dort … Moment einmal? Wer sind die starken Männer rund um den Platz drei? Soeben breitet Michael Ledermann am Sägemehlrand die Hände aus und erklärt einen Kampf als beendet. Drei Sonnenbrillen nicken und pflichten ihm bei. Am Richtertisch sitzen Severin Schwander, Nicolas Zimmermann und Lorenz Berger. Welch Ehre für die jungen Schwinger, von zwei Eidgenossen und zwei Teilverbandskranzern bewertet zu werden. Allesamt sollten an den kommenden Schwingfesten auf dem Brünig, der Schwägalp und im Jura noch Kränze ergattern.

Mamishaus und Milken
Besonders bei den Jahrgängen 2017–2018 sowie 2016 scheint diese Ausgangslage den heimischen Jungschwingern zusätzliche Motivation zu geben. Bei den Jüngsten darf nach fünf Siegen in Serie der Milkener Dominik Stoll in den Schlussgang. Er benötigt knapp zwei Minuten, dann zieht er kräftig kurz und wuchtet den Utziger Nilo Kalbermatter auf den Rücken. Der Festsieger bei den Jahrgängen 2017–2018 heisst Dominik Stoll. Keine Überraschung, denn in dieser Saison belegte der starke Milkener bereits am mittelländischen sowie am emmentalischen Nachwuchsschwingertag jeweils den zweiten Rang. Genauso wenig überrascht es, dass im Jahrgang 2016 der Name Steiner fällt. Doch es ist zweifellos der Höhepunkt des Fests, als die beiden Mamishauser Zwillingsbrüder Silvan und Fabian Steiner gemeinsam im Schlussgang stehen. Ein Brüderduell im Sägemehl, nur einen Steinwurf von ihrem Zuhause entfernt. Das bessere Ende behält Silvan Steiner bereits nach einer Minute dank eines unwiderstehlichen Kurzzugs. Ein Mamishauser Sieg am Jungschwingertag Mamishaus.

Die starken Oberländer
Mit Stoll und den Steinerbrüdern prägen Einheimische das Geschehen bei den Jüngsten. Bei den älteren Jahrgängen schwingen andere obenauf, doch die Heimischen sind dicht dahinter. Im Jahrgang 2015 etwa siegt zwar der Emmentaler Marco Zaugg, doch nur einen Viertelpunkt dahinter belegt der Rüschegger Damian Zbinden Rang zwei. Im Jahrgang 2014 siegt der Oberländer Janis Schluchter. Als bester Schwarzenburger belegt der Guggisberger Tim Zybach Rang vier. Beim Jahrgang 2013 dominieren die Freiburger. Der Sensler Jérôme Overney, der ab und an bei den Schwarzenburgern trainiert, steht im Schlussgang und wird Zweiter. Beim Jahrgang 2012 ist die Oberländer Dominanz deutlich. Der beste Einheimische wird der Guggisberger Marvin Zbinden auf Rang sieben. Noch deutlicher ist die Oberländer Dominanz mit den Rängen eins bis fünf bei den Ältesten, Jahrgang 2010–2011. Der Sensler Justin Kupsch bleibt mit Rang sieben auf Tuchfühlung. Auf Rang zehn folgen mit Marc Rolli und Flavio Ruprecht die ersten Schwarzenburger.

So ein Bericht wäre aber keineswegs vollständig, ohne den Namen Hanna Berger zu erwähnen. Die neunjährige Milkenerin belegt mitten unter den Jungs Rang 13, nachdem sie die letzten drei Gänge alle gewonnen hat. Vielleicht hat das Frauenschwingen in der Region Schwarzenburgerland nach dem Rücktritt von Angela Riesen bald wieder eine Königsanwärterin. Der Jungschwingertag Mamishaus bleibt mit einem Mamishauser Höhepunkt in Erinnerung. Die Erkenntnis für den Schwingklub Schwarzenburg ist: Je jünger die Schwinger, desto dominanter sind sie. Doch das ist eine Momentaufnahme von vielen tollen jungen Menschen. Die Zeit vergeht, die Muskeln werden im Training stärker und plötzlich tauchen im Jahr 2017 neue Junghelden auf. Im Moment heisst es aber: Je jünger, desto Schwarzenburg.

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