Oops, schon wieder fünf

Oops, schon wieder fünf

Es sind bald Wahlen, und das merkt man. Am Traditionsanlass im Schloss Laupen sind ein Nationalrat sowie mehrere Grossräte und Gemeindepräsidenten zugegen. Sie werden Zeugen eines Gewerbeverbands, der dank seiner Lehrmeister überregional heraussticht.

Der neue US-Präsident, ein neuer Kanzler für Deutschland, ein neuer Papst für die Christen, Schweizer Skirennfahrer dominieren nach Belieben, der European Song Contest in Basel, Martin Pfister wird Bundesrat, das unsägliche Unglück im Walliser Bergdorf Blatten, die friedliche Stimmung an der Women’s Euro im Fussball, der US-Zollhammer pünktlich auf den 1. August, der neue Schwingerkönig aus Graubünden, die Könizerin Ditaji Kambundji wird Leichtathletik-Weltmeisterin, ein spektakulärer Juwelenraub in Paris, die Einigung im Zolldeal dank einer Schweizer Wirtschaftsdelegation und bargeldlose Weihnachtsmärkte – im Jahr 2025 war viel los. «Deshalb wollen wir mit einem positiven Rückblick gut ins Jahr 2026 starten», wünscht der neue Präsident von KMU Laupen, Sandro Gerber, all seinen Mitgliedern.

Schon wieder fünf

Und wie könnte das besser gelingen als mit den besten Lernenden aus den verschiedenen Betrieben im Amt Laupen. Eigentlich sollten es die besten drei sein, die mit der Note 5,3 oder höher ihre Lehre abgeschlossen haben. Im Vorjahr waren es jedoch deren fünf. Und nun? Es sind wieder fünf.

All diese jungen Menschen erhalten nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Goldvreneli. «Bei den aktuellen Goldpreisen wird das langsam ganz schön teuer», lacht Vorstandsmitglied Simon Hugi. Dann lichten sich die Reihen, um den Zukunftshoffnungen der KMU Platz zu machen. Matthias Wüthrich schliesst die Ausbildung zum Zeichner EFZ, Fachrichtung Architektur, mit der Note 5,5 ab. Ausgebildet hat den Sportschützen und Sensler die Rüedi AG aus Laupen. Victoria Treier schliesst ihre Lehre zur Müllerin EFZ, Fachrichtung Tiernahrung, mit 5,4 ab. Die passionierte Reiterin ist nicht die erste hochdekorierte Lehrabsolventin aus dem Hause der Mühle Rytz in Biberen. Fabienne Lanz ist neu Kauffrau EFZ, Fachrichtung Privatversicherungen, mit der Note 5,3. Die Volleyballerin genoss ihre Lehrzeit bei der Mobiliar in Laupen. Nicola La Becca wird für die Note 5,3 geehrt nach seiner Ausbildung zum Automobilfachmann EFZ bei der Autogarage Hörhager in Gümmenen. Und schliesslich klatschen die Anwesenden auch für den Halbprofi-Eishockeyspieler Niklas Sahli, der als Landschaftsgärtner EFZ mit 5,3 abschliesst. Auch sein Lehrbetrieb ist kein Unbekannter bei den besten Lehrabschlüssen: Kuster Gärten aus Mühleberg.

Wirtschaft und Politik

Die KMU benötigen faire Bedingungen, damit sie junge Menschen ausbilden können und auch in Zukunft das Rückgrat der Schweiz bilden. Diese Bedingungen leiden jedoch zusehends, weshalb der Ehrenpräsident Andreas Schlecht immer wieder dazu aufgerufen hat, dass mehr Menschen aus der Wirtschaft den Schritt in die Politik wagen. Nun geht er mit gutem Beispiel voran: Er kandidiert für den Grossrat. Und wer den emsigen Mann kennt, weiss, hier kommt einer, der keine halben Sachen macht: «weniger Bürokratie, weniger Steuern, verlässliche Mobilität, weniger Staat statt immer mehr Staatsangestellte, mehr Freiheit, verlässliche Sicherheit, moderne Schulen, in denen man zuverlässig lesen, schreiben und rechnen lernt, gewerbefreundliche Bedingungen mit genügend Parkplätzen, Wachstum fürs Gewerbe.» Als Schlecht seine Aufzählung beendete, erntete er nicht nur Applaus, sondern auch viele nickende Gesichter.

In all diesen Punkten sieht das Gewerbe eine Bedrohung seiner Existenz. Will man erfolgreiche KMU, muss man ihnen auch Sorge tragen. In Laupen möchte man noch oft viele erfolgreiche Lernende ehren – Goldpreis hin oder her. Es soll auch im nächsten Jahr wieder heissen: «Oops, schon wieder fünf.»

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«Oops, schon wieder fünf»

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