Tapfere und Triumphierende

Tapfere und Triumphierende

Während die Sensler sich noch etwas gedulden müssen, stehen an den ersten drei Kranzfesten im Kanton Bern viele Schwarzenburger, Wattenwiler und Laupener Schwinger im Sägemehlring. Die Schnellstarter vom Wislisau-Schwinget sorgen am Mittelländischen Schwingfest in Stettlen für die positiven Schlagzeilen.

Wobei das Emmentalische Schwingfest schnell abgehandelt werden kann: Adrian Walther reicht im Schlussgang ein Gestellter gegen Michael Moser, um anschliessend als grosser Sieger geschultert zu werden. Nach dem Sieg in Rüschegg gewinnt der 25-Jährige auch das erste Kranzfest der Berner in Oberdiessbach. Vom Schwingklub Schwarzenburg reist die zweite Garde ans Emmentalische. Kränze bleiben ihnen jedoch verwehrt.

Das Kinn der Nation
Ganz anders am Mittelländischen Schwingfest in Stettlen. Mit Staudenmann, Zimmermann, Schwander und Lauper erkämpfen sich gleich vier das begehrte Eichenlaub. Fabian Staudenmann fehlt am Schluss gar nur ein Viertelpunkt zum Sieg. Das ist ein bemerkenswertes Resultat, weil sich der gebürtige Guggisberger im zweiten Gang eine Wunde am Kinn zuzieht und genäht werden muss. In der Folge lässt sich der 26-Jährige – trotz mehrfachem Lösen des Pflasters – nicht aus der Ruhe bringen und schwingt stark weiter. Im fünften Gang kommt es bereits wieder zum Duell Moser gegen Staudenmann. Nachdem die beiden am Wislisau-Schwinget schon zweimal animiert gekämpft haben und es keinen Sieger gab, lautet auch am Mittelländischen das Resultat gestellt und verhindert für beide die Schlussgang-Teilnahme.

Nicolas Zimmermann
Nur einen Viertelpunkt hinter Staudenmann belegt ein weiterer Schwarzenburger Rang drei: Nicolas Zimmermann. Die Antwort auf die Frage «Wann tritt Zimmermann aus dem Schatten der grossen Schwarzenburger Eidgenossen-Namen Ledermann, Schwander und Staudenmann?» lautet: jetzt. Der Riggisberger gewinnt fünf Gänge und muss sich nur im fünften Gang dem Eidgenossen Bernhard Kämpf geschlagen geben. Nach Rang vier in der Wislisau folgt Rang drei in Stettlen. Und um es vornewegzunehmen: Am Seeländischen Schwingfest in Ipsach sichert sich der 24-Jährige gleich den nächsten Kranz. Mit drei Siegen und drei Gestellten reicht es nicht ganz nach vorne, aber ein Fest ohne Niederlage und mit Kranz ist die Bestätigung, dass mit Zimmermann in diesem Jahr stets zu rechnen sein wird.

Schwander, Lauper, Berger
Nochmals eine Steigerung gegenüber dem durchaus guten Saisonstart in der Wislisau gelingt auch dem zweiten Riggisberger Schwinger: Severin Schwander. Am Mittelländischen belegt er den fünften Rang, punktgleich mit einem gewissen Michael Moser. Nach zwei gestellten Gängen reiht der 30-Jährige gleich vier Siege aneinander. Ebenfalls vier Siege verbucht Tobias Lauper. Der Oberbalmer muss sich nur im zweiten Gang vom Schwarzenburger-Schreck Bernhard Kämpf auf den Rücken legen lassen und beendet das Fest auf dem siebten Rang. Es ist dies der so schwierig zu gewinnende zweite Kranz für den 18-Jährigen. Dieses Kunststück gelingt auch dem Burgisteiner Loris Berger. Der für den Schwingklub Wattenwil auftrumpfende 20-Jährige bleibt ohne Niederlage und wird punktgleich mit Lauper Siebter. Obschon die beiden in puncto Körpergrösse einen Nachteil haben, machen sie diesen mit enormem Engagement und aktiven Gängen mehr als wett. Zwei Junge, die es unbedingt zu beobachten gilt.

Natürlich sind es die grossen Namen, die erneut zuoberst stehen. Am Emmentalischen Adrian Walther, am Mittelländischen Matthias Aeschbacher und am Seeländischen Fabian Staudenmann. Dieser 21. Kranzfestsieg fehlte ihm noch in seinem beeindruckenden Palmarès. Doch einfach machten es ihm die Gastgeber nicht. «Alles gegen Staudenmann» heisst die Devise. Doch auch hier gilt: Trotz Verband um das Kinn lässt er sich nicht ablenken und überzeugt mit fünf Siegen und einem Gestellten. Etwas im Schatten der klingenden Namen zeigen einige junge Schwinger aus dem Schwingklub Schwarzenburg immer wieder gute Gänge. Möge der Sog von Staudenmann, Zimmermann, Schwander und Lauper diesen Burrens, Inäbnits und Co. die nötige Motivation geben, dranzubleiben. Denn mit Blick auf die starken Emmentaler und Oberländer braucht es einen breit aufgestellten Schwingklub Schwarzenburg. Einen, der nach den Schwingfesten im Monat Mai sagen darf: In seinen Reihen gibt es Tapfere und Triumphierende.

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