Einige Gebiete mussten den milden Temperaturen Ende Januar schon Tribut zollen, andere waren zum Zeitpunkt des Drucks dieser Zeitung noch geöffnet. Aber das nächste anhaltende Hochdruckgebiet war unterwegs. Temperaturen mit bis zu 18 Grad (bis zu 10 Grad auf 2000m waren angesagt). Daher ist es fraglich, ob nun auch der Rest klein beigeben muss oder ob der Winter noch einmal Einzug halten kann. So oder so sind die Betreiber zufrieden, gab es doch im letzten Jahr keinen einzigen Betriebstag. Das Angebot wurde vor allem von Familien überall dankend angenommen. Die Möglichkeit, sich an der frischen Luft zu bewegen und die Tatsache, dass man keine Gondel benutzen muss, zog mehr Gäste in die Gebiete – ohne dass der Andrang zu gross wurde.
Gurten
In den besten Zeiten hatte der kleine Lift auf dem Berner Hausberg 90 Betriebstage, im Schnitt sind es meistens 25 bis 30 Tage. «Nachdem wir unseren Lift im letzten Winter keinen einzigen Tag öffnen konnten, waren es heuer 38. Wir sind zufrieden», erklärt Bernhard Schmocker, der Betriebsleiter der Gurtenbahn. Schon am 5. Dezember konnten die ersten Winterfans mit ihren Skiern auf den Gurten fahren. Bis am 27. Januar, dann kam der Föhnwind. Der Schlittelweg konnte immerhin 15 Tage genutzt werden. «Die Nachfrage war gross. Wir haben gesehen, dass das Bedürfnis da war, mit den Kindern an die frische Luft zu gehen oder einfach mal den Kopf zu lüften», so Schmocker. Das Schneevergnügen in Wabern hat aber bereits ein Ende gefunden, die Revision wurde coronabedingt nach vorne gezogen und so ist die Bahn seit dem 22. bis zum 26. Februar geschlossen. «Wir hoffen auf Lockerungen, dann soll die Rodelbahn bereits ab dem 1. März in Betrieb genommen werden», zeigt sich der Betriebsleiter hoffnungsvoll. 51`000 Personen wurden im Januar mit der Gurtenbahn befördert, ein durchschnittlicher Wert. Im Vergleich: letztes Jahr waren es 64`000. «Es ist natürlich abhängig vom Gurtenangebot, aber wir sind auch nur mit halber Kapazität gefahren, damit es für die Gäste nicht zu beengt ist», erläutert Bernhard Schmocker. Man habe gespürt, dass viele Leute dankbar gewesen sind für die Möglichkeit, etwas mit den Kindern unternehmen zu können. «Zeitweise war die kleine Eisenbahn in Betrieb und der hatte den Take-away geöffnet. Wir haben nette Rückmeldungen von den Gästen bekommen», fasst er zusammen.
www.gurtenpark.ch
SchneeSelital
«Wir sind in der glücklichen Situation, dass der Skibetrieb weitergehen kann», meinte Pascal Lorenzini Mitte Februar. Der kurze Lift hatte zwar zwischenzeitlich technische Probleme, aber der Selital-Lift lief weiterhin. Geplant ist bis mindestens zum Wochenende vom 6. und 7. März offenzubleiben. Das sei aber vom Wetter abhängig: «Wenn es fantastische Bedingungen sind auch länger, dann eventuell aber nur Samstag und Sonntag.» Schliesslich müssen Kosten und Ertrag im Verhältnis stehen, jede Betriebsstunde ohne Gäste reisst ein Loch in die Kasse. «Wir planen langfristig. Jeder Franken, den wir nicht ausgegeben, bildet den Grundstock für einen gesunden, zukünftigen Liftbetrieb», betont Lorenzini und berichtet: «Wir sind zwar nicht überrannt worden, aber es lief gut. Vor allem in der Sportwoche. Schade ist, dass wir vor und an Weihnachten keinen Schnee hatten. Ein weiterer Wehmutstropfen ist, dass die Gastronomie geschlossen bleiben musste.» Am Panoramakiosk an der Bergstation des Skilifts gibt es zwar ein kleines Angebot, aber das sei nicht vergleichbar mit dem, was es sonst gibt. «Die gemütliche Aufwärmphase im Restaurant entfällt, das schränkt das Erlebnis natürlich ein wenig ein. Aber es liegt in unserer Verantwortung, dass wir alles machen, um den Vorgaben zu entsprechen und nicht zur Virusschleuder zu werden», sagt Pascal Lorenzini noch einmal deutlich. Ein Vorteil sei sicher auch, dass es keine Gondel im Gebiet gibt: «Wir sind eine gute Wahl im Dreieick Bern – Thun – Freiburg.»
www.schnee-selital.ch
Ottenleue
Drei Wochenenden war das Gebiet offen, bevor die Wärmefront Ende Januar kam. Nach einer erneuten Öffnung wurde der Skibetrieb ab dem 17. Februar vorerst eingestellt. Die Betreiber warten auf kältere Tage, sollten diese ausbleiben, ist die Saison beendet. «Wir hatten zwei Wochen mit richtig schönem Wetter. Es war zwar aufwendig aufgrund des Schutzkonzptes, aber wir können nicht klagen», so Benno Lehmann vom Skilift Ottenleue. Die Betreiber bemerkten, dass es mehr Gäste als sonst hatte: «Wir wurden zwar nicht überrannt wie andere Destinationen, aber die Leute sind froh, wenn sie mit den Kleinen Ski fahren gehen können.» Das sei auch der Grund, warum man versuchen wolle wieder zu öffnen, wenn etwas Schnee kommt. «Wir wollen ihnen die Möglichkeit bieten, dass sie sich ablenken und an der frischen Luft bewegen können.» Schade sei, dass man in dieser Saison alle Events absagen musste. Normalerweise gibt es Rennen, Skitage oder auch Fondueessen. «Dieses Jahr war es Skifahren, aber wenigstens das war möglich. Die Leute waren dankbar dafür», meint Benno Lehmann abschliessend.
www.skilift-ottenleue.ch
Gantrisch-Gurnigel
Auch im Gantrischgebiet ist man mit der laufenden Saison zufrieden. «Aber nun macht uns das milde Wetter sehr zu schaffen, wir sind froh, dass eine Kälteperiode angekündigt ist», sagt Hans Peter Schmid Anfang Februar. Aufgrund des Südwestwindes wurde der Skibetrieb für zehn Tage unterbrochen, inzwischen läuft aber alles wieder. Mitte Februar konnten immer noch alle sieben Kilometer Piste befahren werden. «Es war ein guter Erfolg. Die Leute schätzen es an einem kleinen Ort Ski fahren gehen zu können und dass nicht solche Massen vor Ort sind», freut sich Schmid. Es habe wieder mehr Schnee gehabt als in den vergangenen Jahren, in denen an weniger Tagen Ski gefahren werden konnte. «Wir sind zuversichtlich, was die Sportferien betrifft, falls die Kälte kommt. Tragisch ist, wenn sie nicht kommt», erklärte Schmid Anfang des Monats. Man strebe an, bis Ostern geöffnet zu bleiben, aber realistisch gesehen, sei dies wohl nur Wunschdenken.
www.skiliftegantrischgurnigel.ch
Gurnigelbad
Der Lift am Gurnigelbad, der tiefer liegt als die am Gantrisch-Gurnigel, läuft nicht mehr. Bis zum 27. Januar hatte man geöffnet, dann kam der Föhn mit Regen. «Wir haben im Moment keinen Schnee mehr», bedauert Reto Mani. Sollte es doch noch einmal schneien, dann wäre eigentlich geplant den Lift wieder in Betreib zu nehmen. «Vom 2. Januar an waren viele Leute da. Aber es war nie hektisch oder kritisch. Alles ist gut gegangen und wir konnten das stemmen», berichtet Mani. Die Sportferien wären wichtig gewesen, aber der Start war gut: «Von daher ist es gar nicht so schlecht. Natürlich hoffen wir noch auf mehr Tage.» In der Saison 2019/20 gab es keine Möglichkeit dort Ski zu fahren, heuer war zwar nicht wahnsinnig viel Schnee, aber «wir hatten gute Bedingungen und Grundlagen, von daher konnten wir eine schöne Skipiste anbieten.» Das Abendskifahren konnte in diesem Jahr aufgrund der Anordnungen des Kantons nicht angeboten werden.
www.skilift-gurnigelbad.ch
Schneepark Riffenmatt
Roger Aebischer, der Betreiber des 300m langen Lifts neben der Sporthalle, zeigt sich ebenfalls zufrieden: «Der Januar lief gut. Ausser vereinzelten Tagen hatten wir immer offen.» Am 5. Dezember startete die Saison, musste aber vom 20. bis 27. Dezember unterbrochen werden, bevor der Wärmeeinbruch Ende Januar dann für das endgültige Aus sorgte. «In der Altjahreswoche hatten wir wenig Schnee und daher nur für die Schlittler offen, doch teilweise kamen sie trotzdem mit Skiern. Es hatte keine Steine und so war es für Kinder ok.» Familien mit kleinen Kindern ziehe es oft nach Riffenmatt, man merke, dass es ihnen guttut, rauszugehen. «Wir sind ein ideales Naherholungsgebiet», so Aebischer. Auch wenn es noch einmal den grossen Wintereinbruch geben solle, ist die Saison Anfang März zu Ende: «Wenn die Skiferien vorbei sind, meerkt man, dass die kleinen Kinder hatten. Dann ist eher wieder Velofahren angesagt.»
Rüschegg
Marcel Hostettler reihte sich ebenfalls in der Reihe der Zufriedenen ein: «Die Saison war gut. Es hätten natürlich mehr Tage sein können, aber das Personal wurde mit seiner Vorarbeit, die es leistet, einigermassen belohnt.» Es sind mehr Gäste in das Skigebiet gekommen, viele Neue waren darunter. «Ich glaube, einer der Gründe ist, dass man bei uns auch Tickets für ein oder zwei Stunden lösen kann. So kamen sie nur am Morgen oder am Nachmittag fahren. Dass die Leute im Moment nicht weit wegfahren, hat uns sicher ebenfalls Skifahrer gebracht», meint Hostettler. Das Pistenangebot mit 13 abwechslungsreichen Kilometern hat seins dazu beigetragen. «In diesem Jahr konnte man mal wieder die blauen und grünen Pisten fahren, dass zieht auch.» Schon vor dem Föhnwind im Januar gab es ein technisches Problem mit dem grossen Skilift. Das habe zwei Tage gekostet, einer davon war wunderschön, das wurmt schon, aber «darf bei einem 50-jährigen Lift mal vorkommen». Seit Ende Januar ist das Skigebiet geschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man nochmal öffnen könne, sei gering: «Der Boden ist nicht durchgefroren, daher haben uns die acht Zentimeter, die es kürzlich im Tal gab, nicht geholfen. Es müsste frieren und dann benötigen wir rund 20 Zentimeter Schnee für eine gute Grundlage.»
www.rueschegg-ski.ch
Kirstin Burr