Bill + Meyer Gärten gehört zu den nur 16 Betrieben in der Schweiz, die das TOP-Ausbildungsbetrieb-Label auf Stufe 3 erreicht haben. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und Ihr Unternehmen?
Das ist eine grosse Ehre für uns und ist eine grosse Verpflichtung und Motivation zugleich. Es ist eine Auszeichnung über die Ausbildung, welche wir hier bei uns anbieten. Die Stufe 3 erreichen nicht viele Unternehmen und da ist es natürlich auch selbstredend, dass man nicht stehen bleiben darf/will und sich laufend weiterentwickelt.
Für mich als Berufsbildender bedeutet diese Auszeichnung eine motivierende Bestätigung für die geleistete Arbeit.
Der Weg zur höchsten Zertifizierungsstufe ist anspruchsvoll – mit Coachings, externen Assessments und Weiterbildungen. Ist das für ein KMU überhaupt stemmbar?
Da wir in der Lehrlingsausbildung schon sehr viel gemacht hatten, war der Schritt dazu nicht mehr so riesig. Das Zusammentragen und Dokumentieren aller erforderlichen Unterlagen beansprucht aber schon entsprechend Zeit. Für ein KMU, das zwar erfolgreich Lernende ausbildet, aber noch kaum etwas schriftlich dokumentiert hat, ist der Aufwand schon enorm gross. Auf jeden Fall muss man das ganze mit viel Herzblut angehen und voll für die Sache brennen. Bis Stufe 2 ist der Aufwand aber sicherlich vertretbar und absolut zu empfehlen.
Die Ausbildung junger Berufsleute stellt heute hohe fachliche und soziale Anforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Was macht aus Ihrer Sicht eine wirklich gute Lehrlingsausbildung aus?
Sich Zeit für die Lernenden nehmen. Klare Regeln und Abmachungen vereinbaren, aber auch genügend Freiheiten lassen und die Eigenverantwortung fördern. Die jungen Berufsleute wollen etwas leisten, sind motiviert und können sich gut selbst einschätzen. Wer weiss, was von einem erwartet wird und das Ziel kennt, kann bessere Leistungen bringen und arbeitet selbstständiger. Wichtig ist, die heutigen Jugendlichen zu verstehen, ohne von den eigenen Prinzipien abzuweichen.
Was würden Sie anderen Firmen sagen, die überlegen, ihre Ausbildungsqualität weiterzuentwickeln oder selbst das TOP-Ausbildungsbetrieb-Label anzustreben?
Kleine Schritte, welche unmittelbar umgesetzt werden sind erfolgversprechender als grosse Pläne, welche nie umgesetzt werden. Den Besuch des Top Ausbildunsbetriebs-Kurs für die Stufe 1 kann ich absolut empfehlen. Auch die Kurse zur Stufe 2 und das Erlernen des IPERKA-Modells (informieren, planen, entscheiden, realisieren, kontrollieren, auswerten) sind super Möglichkeiten, um die Ausbildungsqualität zu verbessern. Wer keinen Kurs besuchen kann oder will, sollte mit dem Bildungsbericht anfangen. Halbjährliche Rückmeldungen an die Lernenden mit klar messbar formulierten Zielen welch schriftlich festgehalten sind, können sehr viel bewirken.
Welche Vorteile und Impulse bringt das Label?
Es macht nach aussen hin sichtbar, welchen Stellenwert die Ausbildung bei uns hat und welche Qualität wir anbieten. Zugleich ist es auch eine Verpflichtung, in diesem Bereich stetig besser zu werden. Dies betrifft sowohl mich als Berufsbildender wie aber auch alle Praxisbildner und jede und jeden einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen.