Überwältigendes Interesse

Überwältigendes Interesse

Das Interesse war riesengross, über 300 Personen drängten sich Mitte November in die Aula des Spiegel-Schulhauses. Sie alle wollten sich über den geplanten Holz-Wärmeverbund informieren. Zum Anlass eingeladen hatten die Burgergemeinde Bern und die Gemeinde.

Gemeinderat Hansueli Pestalozzi eröffnete den Anlass. Er bekräftigte, dass die Gemeinde Köniz als «Energiestadt Gold» Wärmeverbünde, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden, nach Kräften unterstützt. Umso mehr, als der Bund kürzlich das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 festgelegt habe. Konkret bedeute das, dass ab 2050 kein Öl, Erdgas, Benzin oder Diesel mehr verbrannt werden dürfe. Unvermeidbare Emissionen müssten durch natürliche oder technische Senken der Atmosphäre wieder entzogen werden (= netto null). Um dieses Ziel zu erreichen, müssen in der Gemeinde Köniz 2672 Ölheizungen und 743 Gasheizungen bis spätestens 2050 durch erneuerbare Heizsysteme abgelöst werden. Die 546 reinen Elektroheizungen müssen ohnehin bis ins Jahr 2031 ersetzt werden.

Stefan Flückiger, Oberförster der Burgergemeinde Bern, informierte anschliessend das Publikum auf eingängige Art und Weise über den geplanten Holzwärmeverbund Spiegel. Wer wusste schon, dass die Burgergemeinde Bern der drittgrösste Waldbesitzer in der Schweiz ist und 80% ihrer Wälder in einem Umkreis von 20 Kilometern um die Stadt Bern liegen. Dabei fallen rund 40’000 bis 50’000 Kubikmeter erneuerbare Holzenergie pro Jahr an. Dies zeige auf, dass die Burgergemeinde Bern ein verlässlicher Partner für einen solch grossen Holzwärmeverbund sei, meinte Flückiger. Anhand von Grafiken versuchte er, den Anwesenden zu zeigen, dass der Klimawandel nicht erst kommt, sondern bereits da sei: Seit der Industrialisierung seien die Jahresmitteltemperaturen in der Schweiz um rund 2°C gestiegen. Mit dem Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch eine Holzschnitzelfeuerung könne der zusätzliche CO2-Ausstoss massiv gesenkt werden. Da ein Baum während seiner «Lebenszeit» durch die Photosynthese gleich viel CO2 bindet wie bei dessen Verbrennung entsteht, ist der Brennstoff Holz CO2-neu­tral und schädigt das Klima nicht. Die Preisentwicklung für Holzschnitzel ist in den letzten Jahren nur wenig gestiegen, liegt pro Kilowattstunde tiefer als bei fossilen Brennstoffen und ist relativ stabil.

Die Informationen, die Argumente und die Beantwortung der vielen Fragen scheinen die Bevölkerung vom Spiegel überzeugt zu haben. «Zurzeit liegen rund 160 Interessensbekundungen vor», heisst es seitens der Gemeinde. In einem nächsten Schritt sollen die Hauseigentümer respektive die Hausverwaltungen für Detailabklärungen kontaktiert werden, um die Planung, die Finanzierung und die Realisierung der Bauetappen des Wärmenetzes vornehmen zu können. Damit der Wärmeverbund erfolgreich realisiert werden könne, bedürfe es genügend Eigentümer, die sich bereits heute für den nachwachsenden und erneuerbaren Energieträger Holz entscheiden.

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